Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Prostatakrebs: MRT verbessert Diagnose und senkt Zahl der Stanzen

Verdacht auf Prostatakrebs: Eine MRT und eine darauf basierende Biopsie senkt die Zahl der für die Diagnose entnommenen Stanzen. Das ergab eine Studie, die im Vorfeld des Europäischen Prostata-Tages am 15. September veröffentlicht wurde.
Arztgespräch, Arzt und Patient, Krebsfrüherkennung, Krebsvorsorge, Sprechstunde

Bei der Früherkennung von Prostatakrebs könnte der Einsatz einer MRT sinnvoll sein

Verdacht auf Prostatakrebs: Eine MRT sowie eine darauf basierende gezielte Biopsie senkt die Zahl der für die Diagnose entnommenen Stanzen. Verglichen wurden MRT plus Biopsie mit der ultraschallgestützten, systematischen Biopsie. Die entsprechende Studie wurde jetzt im Vorfeld des Europäischen Tages der Prostata veröffentlicht.

Die Meta-Analyse von sieben randomisierten, kontrollierten Studien mit 2.582 Männern mit Verdacht auf Prostatakrebs ergab außerdem, dass mit der Verringerung der Zahl der Biopsien eine geringeren Rate an Nebenwirkungen wie Blutungen und Schmerzen verbunden war.

Prostatakrebs: MRT senkt Zahl der Stanzen

Die gezielte Biopsie nach einer MRT reduzierte die Zahl der pro Eingriff entnommenen Stanzen rein rechnerisch um 77 Prozent. Die mittlere Anzahl der entnommenen Kerne lag in der MRT-Gruppe zwischen eins und sechs und in der Ultraschall-Gruppe zwischen elf und zwölf.

Die Forscher errechneten außerdem, dass bei Männern mit negativem MRT-Befund die Biopsie gar nicht erst durchgeführt worden wäre. Das betraf 33 Prozent der Verdachtsfälle.

 

Prostatakrebs: MRT verbessert die Diagnose

Insgesamt verbesserte eine vorangegangene multiparametrische MRT die Erkennung von klinisch signifikantem Prostatakrebs um signifikante 57 Prozent im Vergleich zur systematischen Biopsie. Bei der biparametrischen MRT hingegen war das nicht der Fall.

Fazit der Forscher um Martha Elwenspoek von der University of Bristol: Die Untersuchung unterstützt die Evidenz die Implementierung einer multiparametrischen Präbiopsie-MRT in Diagnosewege für vermuteten Prostatakrebs. Sie wurde im Fachmagazin Jama veröffentlicht.

Problematisch bei der Früherkennung von Prostatakrebs ist nach wie vor eher eine Überdiagnose als eine ausbleibende Diagnose. Das belastet die Patienten und das Gesundheitswesen. So werden Niedrig-Risiko-Prostata-Krebse operiert, die nie einen Krankheitswert erlangt hätten.

Foto: khunatorn/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Prostatakrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Prostata-Krebs

Gut- oder bösartig? Gerade bei Veränderungen an der männlichen Vorsteherdrüse ist diese Frage oft nur durch Gewebeproben zu beantworten. Doch der Eingriff gilt als riskant und zufällig. Heidelberger Mediziner haben ein schonendes, bilddiagnostisches Verfahren entwickelt, um Biopsien auf ein Minimum zu reduzieren.

19.08.2020

Die erbliche Vorbelastung ist der größte bekannte Risikofaktor für Prostatakrebs. Das Risiko verdoppelt sich nämlich, wenn Verwandte ersten Grades an diesem Krebs erkrankt sind oder waren. Nun gibt es neue Erkenntnisse, dass auch Krebsvorstufen in der Verwandtschaft das Risiko für ein invasives Prostatakarzinom deutlich erhöhen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Krebs ist oft Zufall und die Wahrscheinlichkeit, ihn zu bekommen, steigt mit dem Alter. Für mindestens sieben Arten von Krebs aber lässt sich das Erkrankungsrisiko durch eine Abkehr von gesundheitsschädlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten deutlich nach unten schrauben. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam.


Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin