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Pränatale Kortisongabe auch bei späteren Frühgeburten sinnvoll

Bisher war die pränatale Gabe von Kortikosteroiden bei drohender Frühgeburt nur bis zum Beginn der 34. Schwangerschaftswoche üblich. Nun hat eine Studie gezeigt, dass Kortison auch zwischen der 34. und dem Ende der 36. Woche die Häufigkeit eines Atemnotsyndroms bei Neugeborenen senken kann.
Kortisongabe auch bei späteren Frühgeburten sinnvoll

Frühchen leiden oft unter Atemwegsproblemen

Bei einer drohenden Frühgeburt empfiehlt sich in vielen Fällen etwa zwei Tage vor der Entbindung die Gabe von Kortison, um Komplikationen wie das Atemnotsyndrom beim Neugeborenen zu verhindern. Studien haben gezeigt, dass Kortikosteroide die Lungenreifung des Kindes fördern können. Dennoch sind viele Detailfragen unbeantwortet, unter anderem die Frage, in welchem Stadium der Schwangerschaft die pränatale Gabe von Kortison sinnvoll und sicher ist.

Sterblichkeit durch Kortison signifikant reduziert

Bisher war es üblich, der werdenden Mutter nur bis zum Beginn der 34. Schwangerschaftswoche Kortison zu geben, da die Mortalität der Kinder nach diesem Zeitpunkt sehr gering ist. Allerdings müssen auch spätere Frühgeburten häufig wegen respira­torischer Komplikationen auf Intensivstationen behandelt werden. Ein Forscherteam um Cynthia Gyamfi-Bannerman vom Columbia University Medical Center in New York hat daher im Auftrag des US-National Institutes of Child Health and Human Development eine klinische Studie durchgeführt, in welcher geklärt werden sollte, ob eine Kortisongabe auch noch nach der 34. Gestatationswoche sicher und effektiv ist.

2.827 Schwangere, bei denen sich in der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche eine Frühgeburt anbahnte, nahmen an der Studie teil. Die Frauen erhielten im Abstand von 24 Stunden zwei Injektionen, die entweder 12 Milligramm Betamethason oder ein Placebo enthielten. Es zeigte sich, dass in der Gruppe, die das Kortison erhielt, tatsächlich signifikant weniger Kinder starben, nämlich 165 von 1.427 Neugeborenen gegenüber 202 von 1.400 Neugeborenen in der Placebo-Gruppe.

Steroidtherapie bis zur 36. Schwangerschaftswoche sicher

Damit konnte die Gabe von Kortison auch bei späten Frühgeburten das Komplikationsrisiko um 20 Prozent senken. Zwar war die Therapie mit einer erhöhten Rate von neonatalen Hypoglykämien verbunden, doch dies hatte nach Angaben der Studienautoren keine ernsthaften Folgen für die Kinder. Und da auch bei den Müttern keine schwerwiegenden Nebenwirkungen der Kortisontherapie auftraten, gibt es nach Meinung der Forscher keine Einwände gegen eine Ausweitung der pränatalen Steroidtherapie bis zum Ende der 36. Gestationswoche.

Foto: © Tobilander - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

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