. Big Data

Potsdamer Wissenschaftler wollen mit Routinedaten Leben retten

Bachelorstudenten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben eine Software entwickelt, die es Medizinern erlaubt, einfach und schnell größere Datenbestände als bisher zu analysieren.

Big Data kann helfen, Leben zu retten - meinen Forscher!

Die in Kooperation mit Elsevier Health Analytics entwickelte neue Software stellte das sechsköpfige Team kürzlich in Potsdam vor. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten Ärzte nutzen, um frühzeitig Gesundheitsrisiken für Patientengruppen zu erkennen und entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu empfehlen, heißt es in einer Pressemitteilung. Bereits jetzt fließen viele medizinische Routinedaten bei den Krankenkassen zusammen, was ein großes Potenzial bietet, um Krankheitsbilder zu identifizieren.

Mithilfe von vorhandenen Gesundheitsdaten Krankheitsverläufe vorhersagen

„Wir haben auf einer Software der Harvard Medical School aufgebaut, um die großen Datenbestände unseres Partners zu nutzen. Mit Hilfe unserer Plattform können Mediziner aus solchen vorhandenen Gesundheitsdaten schnell und einfach Krankheitsverläufe vorhersagen“, wird Philipp Schirmer, Sprecher der Bachelorprojektgruppe, zitiert. Das mache gezielte Präventionsmaßnahmen möglich.

Institut hat sich zum Ziel gesetzt, 20.000 Leben durch Datenanalyse zu retten

Grundlage für das am Potsdamer HPI entwickelte System bildet eine verteilte Datenbank, die laut Institut eine schnellere Analyse der Routinedaten ermöglicht. Durch eine anschließende Auswertung und visuelle Aufbereitung könne eine Krankenkasse ihre Versicherten präventiv behandeln lassen, um beispielsweise vor Herzinfarkten zu schützen. „Für die Zukunft haben wir uns das Ziel gesetzt, mit der Verbindung von Software, Analytik und medizinischen Daten jährlich 20.000 Leben zu retten”, teilte Projektleiter Paul Hellwig, Technischer Direktor bei Elsevier Health Analytics, mit.

Die Bachelorprojektgruppe wurde von HPI-Professor Felix Naumann, Leiter des Fachgebiets Informationssysteme, betreut. Dessen Forschungsschwerpunkt liegt laut HPI auf der effektiven Analyse großer Datenbestände.

Foto: Fotolia - Zerbor

Autor: Cornelia Wanke

Weitere Nachrichten zum Thema Big Data

| An der Charité wurde am Freitag das Studienzentrum Berlin Mitte der Nationalen Kohorte eröffnet. Das neue Zentrum ist Teil der derzeit größten deutschen Bevölkerungsstudie. Allein in Mitte sollen in den kommenden Jahren 10.000 Berliner auf Herz und Nieren geprüft werden.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.