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08.10.2013

Pflegekurse für Angehörige oft nicht bekannt

Durch Beratung und Schulung können pflegende Angehörige wichtiges Wissen für eine gute Pflege erlangen und auch entlastet werden. Doch viele bestehende Unterstützungsangebote sind kaum bekannt – oder ihr Nutzen ist zweifelhaft.
Pflegekurse für Angehörige oft nicht bekannt

Beratungsbesuch: Niemand kann sagen, was die Beratung eigentlich bringt

Das Beratungsangebot zu Hilfe und Pflege in Deutschland ist vielfältig – aber kaum überschaubar. Zu diesem Schluss kommt die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in ihrem Papier "Perspektivenwerkstatt 2013". Zwar schätzten pflegende Angehörige Pflegekurse und Anleitungen insgesamt als sinnvoll und hilfreich ein, jedoch zeige die Datenlage, dass bestehende Angebote nicht weitreichend genutzt werden, heißt es in dem Papier. „Die Pflegekurse sind häufig nicht bekannt. Und viele pflegende Angehörige wünschen sich Anleitung im eigenen Zuhause, da diese Hilfestellung individuelle und situationsbezogene Lösungswege bietet", erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege.

Pflegende Angehörige: Großer Handlungsbedarf bei Beratungsbesuchen

Da alltagsorientierte Beratungen und Schulungen, wie sie etwa von den Pflegekassen, Pflegestützpunkten, Wohlfahrtsorganisationen oder kommunalen Trägern angeboten werden, ein wichtiger Baustein zur Entlastung von pflegenden Angehörigen sind, fordert die Stiftung, diesen Bereich besser zu nutzen und stärken. Die bereits bestehenden Angebote könnten nach Ansicht der ZQP entscheidend zur Qualität in der häuslichen Pflege beitragen. Dies betreffe auch den verpflichtenden Beratungsbesuch für Pflegegeldempfänger, der im Sozialgesetzbuch verankert ist. Doch das ZQP bescheinigt diesem Angebot einige formale Mängel.

So finden zum Beispiel jedes Jahr mehr als zwei Millionen Beratungsbesuche pro Jahr statt, aber einheitliche Anforderungen an gute Beratungseinsätze sind laut ZQP kaum definiert, auch die Dokumentation dieser Besuche sei nicht einheitlich geregelt. Ebenso fehle eine systematische Auswertung der Beratungsbesuche. Laut einer von der ZQP zitierten Studie werden von den häuslichen Beratern nur in weniger als fünf Prozent aller Fälle Verbesserungsvorschläge zu den häuslichen Pflegesituationen gemacht und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. So gut wie nie werde eine „nicht sichergestellte Pflege“ von den Beratern festgestellt.

 

Über die Qualität der häuslichen Pflege ist nur wenig bekannt

Die ZQP sieht hier dringenden Handlungsbedarf. Erforderlich sei eine einheitliche Regelung über Dokumentation durch die Berater, Auswertung der Ergebnisse der Beratungsbesuche durch die Pflegekassen sowie Qualitätsanforderungen an die Beratungseinsätze, heißt es in dem Papier "Perspektivenwerkstatt 2013". Für Pflegegeldempfänger sind diese Beratungsbesuche durch die Pflegkassen Pflicht, Menschen mit erheblichen Einschränkungen der Alltagskompetenz wie Demenz sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Beratungsbesuche in bestimmten Intervallen abzurufen.

„Das Thema Häusliche Pflege ist eine zentrale Baustelle der Pflegepolitik“, sagt Suhr. Über die Qualität der häuslichen Pflege sei bislang nur wenig bekannt. Daher müsse es dringend einheitliche Regelungen geben, um die Qualität in der familialen Pflege weiterzuentwickeln und zu sichern, so ZQp-Vorstand Suhr.

Foto: © Andy Dean - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege
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