. Ernährung

Pflanzenbasierte Kost – Wie wirkt sie sich auf unsere Gesundheit aus?

Eine Ernährung, die auf vielen pflanzlichen Proteinen, gesunden Fetten und Ballaststoffen beruht, könnte verschiedenen Erkrankungen entgegenwirken. Das sind die ersten Ergebnisse der NutriAct-Ernährungsstudie. Der erste Proband hat nach drei Jahren nun das Ende der Untersuchungsreihe erreicht.
pflanzliche Proteine, pflanzenbasierte Kost, NutriAct

Eine Ernährung, die auf vielen pflanzlichen Proteinen beruht, gilt als gesundheitsfördernd

Reichlich pflanzliche Proteine, gesunde Fette und Ballaststoffe: Das wird mittlerweile von vielen Experten als Grundlage einer gesundheitsfördernden Ernährung angesehen. Inwieweit eine solche Kost die Gesundheit speziell von älteren Menschen beeinflussen kann, untersucht NutriAct, eines der bundesweit vier Kompetenzcluster der Ernährungsforschung. Wissenschaftler um Professor F. H. Andreas Pfeiffer und Dr. Christiana Gerbracht vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) sowie Professor Knut Mai von der Charité-Universitätsmedizin Berlin erforschen mit der Ernährungsstudie die Wirkung eines konkreten Ernährungsmusters auf altersbedingte Erkrankungen wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

Regelmäßige Tests messen körperliche Veränderungen

Bis zum Frühjahr 2021 sammeln die Forscher verschiedenste Daten von insgesamt 500 Personen. Dafür wurden die Probanden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe ernährt sich ballaststoffreich und mit überwiegend pflanzlichen Fetten und Eiweißen nach dem NutriAct-Muster. Die andere Gruppe richtet ihre Ernährungsweise nach den zurzeit gültigen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Während der dreijährigen Ernährungsumstellung erhalten die Teilnehmer regelmäßige Ernährungsberatungen, Rezepte und neu entwickelte Lebensmittel wie Eiweißbrötchen und Proteinflakes.

„Die ersten Zwischenanalysen zeigen bereits, dass die speziellen NutriAct-Lebensmittel tatsächlich Einzug in den Alltag der Probandinnen und Probanden finden. Nun sind wir sehr gespannt, welche Erkenntnisse die ersten Auswertungen bringen werden“, so Projektleiter Mai. Die Untersuchungen erfolgen an der Charité sowie am DIfE. Insgesamt gibt es fünf Termine, an denen wiederholt unter anderem das Ernährungsverhalten, die Körperzusammensetzung und das Herz-Kreislauf-System getestet werden. Auch Blut-, Urin- und Stuhlproben werden zur Analyse verschiedener Biomarker gesammelt.

 

Erste Ergebnisse positiv

Nach Angaben der Studienleiter deutet schon jetzt einiges darauf hin, dass eine Ernährung, die reich an ungesättigten Fettsäuren, pflanzlichen Eiweißen und Ballaststoffen ist, ein gesundes Altern begünstigt. Nun hat der erste Studienteilnehmer das Ende der Untersuchungsreihe erreicht. Drei Jahre lang hat der 68-Jährige seine Ernährung umgestellt und sich von vielen pflanzlichen Proteinen, gesunden Fetten und Ballaststoffen ernährt. Regelmäßig kam er zu Tests in das Humanstudienzentrum des DIfE.

Der Proband zeigt sich zufrieden, insbesondere weil sich seine Blutzuckerwerte verbessert haben. Sein Fazit: „Ich esse heute bewusster, weniger und ich weiß vor allem, was ich da esse.“ Die Ernährung nach NutriAct möchte er unbedingt beibehalten.

Neue Ernährungsgewohnheiten schwer zu etablieren

Den Forschern ist allerdings auch bewusst, dass die Umsetzung neuer Ernährungsgewohnheiten schwierig ist – selbst wenn man weiß, dass sie für die Gesundheit gut sind. Daher wurde nun die NutriAct-Familienstudie ins Leben gerufen. Das Studienteam um Dr. Manuela Bergmann will damit herausfinden, ob und wie Gewohnheiten auch noch im mittleren Alter verändert werden können und wie beispielsweise der Partner und die Familie dazu beitragen können.

Foto: © Martin Rettenberger - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Diabetes
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pflanzenbasierte Kost

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Das Bundesverfassungsgericht hat am Donnerstag das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt. Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, urteilten die Karlsruher Richter. Eine Verpflichtung zur Suizidhilfe gebe es jedoch nicht.
„Dr. Google“ ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle, wenn sie gesundheitliche Symptome an sich entdecken, die sie sich nicht erklären können. Doch eine Studie zeigt nun: Die Internetrechercher kann schon nach kürzester Zeit zu Sorgen und psychischem Unbehagen führen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.