. Entlassmanagement der Krankenhäuser

Patienten nach der Klinik-Entlassung nicht mehr allein gelassen

Seit Anfang Oktober müssen die Krankenhäuser in Deutschland dafür sorgen, dass Patienten nach einem Klinikaufenthalt weiter versorgt sind. Das sieht eine Vereinbarung zum Entlassmanagement der Kliniken vor.
nach der Klinik greift das Entlassmanagement der Krankenhäuser

Neues Entlassmanagement im Krankenhaus soll Drehtüreffekt entgegenwirken.

Wer mit einem entgleisten Diabetes oder einem anderen akuten Ereignis wie etwa einem Schlaganfall ins Krankenhaus kommt, der kann sich nur schlecht auf die Rückkehr aus der Klinik vorbereiten. Erfolgt die Krankenhausentlassung dann auch noch am Freitagnachmittag und ist der Patient zuhause allein, besteht die Gefahr, dass er übers Wochenende ohne angemessene Versorgung ist. Für Krankschreibung, Anschluss-Medikamente und weitere Dinge, die für die Versorgung zuhause nötig sind, mussten die Patienten nach einer Krankenhausentlassung bislang oft direkt zum niedergelassenen Arzt – egal wie schwach sie noch waren. Das macht deutlich: Die Entlassung nach einem Krankenhausaufenthalt war bisher nicht im Sinne der Patienten geregelt.

Die Politik hat den Handlungsbedarf hier bereits vor Jahren erkannt und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und den GKV-Spitzenverband im Versorgungsstärkungsgesetz dazu verpflichtet, diese Versorgungslücke zu schließen. Das sollte eigentlich bis Ende 2015 geschehen, ist jedoch erst in diesem Jahr gelungen, weil die beteiligten Institutionen sich nicht einigen konnten.

Seit 1. Oktober ist Entlassmanagement bundesweit Pflicht

Seit erstem Oktober ist nun endlich die Rahmenvereinbarung in Kraft, auf die Krankenkassen, Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte sich verständigt haben. Sie sieht vor, dass Krankenhäuser den weiteren Versorgungsbedarf der Patienten bei der Entlassung prüfen und entsprechende Maßnahmen veranlassen müssen.

Unter anderem können Patienten nun bereits bei der Entlassung krankgeschrieben werden und müssen nicht extra deshalb zum Arzt gehen. Auch Medikamente und Hilfsmittel müssen die Kliniken nun bei der Entlassung verordnen falls nötig. Das gilt auch für Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege oder Soziotherapie. Zudem kontaktieren die Kliniken gegebenenfalls weiterbehandelnde Ärzte oder Einrichtungen, damit diese die nötigen Informationen erhalten.

 

Krankenkassen erhoffen durch Entlassmanagement bessere Patientenversorgung

„Gerade ältere und alleinstehende Menschen fragen sich oft mit Sorge, wie komme ich nach der Operation alleine zurecht? Was ist, wenn ich Schmerzen habe? Hier hilft das neue Entlassmanagement“, so Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbandes vdek. Elsner weist darauf hin, dass viele Kliniken schon lange ein Entlassmanagement betreiben. Nun ist eine strukturierte und gut organisierte Überleitung der Patienten in die Anschlussversorgung in allen Krankenhäusern Pflicht. sicherstellen.

Elsner: „Das neue Entlassmanagement wird Versorgungslücken schließen. Und wir verhindern damit Drehtür-Effekte: Durch die verbesserte Kommunikation aller Beteiligten innerhalb und außerhalb der Klinik können unnötige Wiederaufnahmen von Patienten verhindert werden.“

Foto: lofik – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenhäuser , Krankenkassen , Krankenhausmanagement , Nachsorge
 

Weitere Nachrichten zum Thema Entlassmanagement

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Obwohl sie zu den häufigsten und belastendsten Krankheiten gehört, wird Migräne noch immer zu selten therapiert. Anlässlich des World Brain Day erklärt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG): „Jeder Mensch, der unter Kopfschmerz leidet, kann behandelt werden!“
Sonnenbräune ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits schützt sie vor weiteren Schäden der Haut, anderseits ist die Braunpigmentierung schon der Schaden selbst. Gesunde Haut geht daher nur mit Sonnenschutz.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.