Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
12.05.2020

Passivrauch aus E-Zigaretten kann Asthma bei Kindern verschlimmern

E-Zigaretten sind keineswegs so harmlos, wie es die Werbung glauben machen will. Sogar das Passivrauchen kann der Gesundheit schaden. Eine Studie hat nun nachgewiesen, dass sich das Asthma von Kindern, die dem Passivrauch aus E-Zigaretten ausgesetzt sind, verschlechtert.
E-Zigarette, Passivrauch, Asthma

E-Zigaretten schaden nicht nur den Konsumenten selbst

Immer mehr Studien zeigen, wie gesundheitsschädlich E-Zigaretten sind. Ihr Konsum schadet nachweislich der Lunge sowie dem Herz-Kreislauf-System. Zudem gelten die elektronischen Zigaretten vielen Experten als mögliche Einstiegsdroge ins konventionelle Tabakrauchen. Forscher konnten nun zeigen, dass auch das Passivrauchen bei E-Zigaretten gefährlich ist und bei Kindern und Jugendlichen Asthma-Anfälle hervorrufen kann. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Chest“ veröffentlicht.

Mehr Asthma-Anfälle durch Passivrauchen

Für die Studie wurden die Daten einer Befragung analysiert, die regelmäßig unter rund 70.000 Schülern in Florida durchgeführt wird. Von diesen waren im Jahr 2016 11.830 an Asthma bronchiale erkrankt. Rund ein Drittel von ihnen war dem Passivrauch aus E-Zigaretten ausgesetzt. Die Schüler wurden befragt, ob sich ihr Asthma in den vergangenen 12 Monaten verschlechtert hat. Ein Fünftel antwortete mit Ja.

In einer vergleichenden Analyse stellte sich heraus, dass bei Kindern und Jugendlichen, die dem Passivrauch von E-Zigaretten ausgesetzt waren, häufiger akute Verschlimmerungen des Asthmas auftraten als bei anderen. Das Ergebnis war unabhängig von anderen Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Wohnort oder Ethnie.

 

E-Zigaretten erhöhen Risiko für Lungenerkrankungen

Um diesen Zusammenhang zu bestätigen und auch um die Langzeitfolgen besser zu verstehen, seien weitere Untersuchungen nötig, betonen die Autoren. Ihrer Ansicht nach sollten Ärzte bis dahin ihre jungen Asthma-Patienten aber über die potentiellen Risiken von E-Zigaretten und auch ihres Passiv-Konsums hinweisen.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass der aktive Konsum von E-Zigaretten das Risiko für chronische Lungenerkrankungen wie Asthma, Bronchitis, Emphysem oder COPD erhöht und dem Immunsystem schadet. Besonders gefährdet sind offenbar diejenigen, die sowohl E-Zigaretten konsumieren als auch Tabak rauchen - das bei weitem häufigste Muster unter erwachsenen Konsumenten.

Foto: © pixarno - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rauchen , Asthma , Kinder
 

Weitere Nachrichten zum Thema E-Zigaretten

24.07.2020

Der Effekt der Schwangerschaft auf das Rauchverhalten von Müttern ist viel größer als bislang angenommen. Das zeigt eine Studie des RWI und der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit. Viele Frauen hören demnach schon beim Entschluss, Kinder zu kriegen, mit dem Rauchen auf. Alarmierend sei allerdings, dass jede siebte Frau noch nach dem vierten Monat raucht – und damit ihr ungeborenes Kind schädigt.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Im Gegensatz zur Bundespolitik ist offenbar eine klare Mehrheit von Apotheken-Mitarbeitern in Deutschland für eine Legalisierung von sogenanntem Genuss-Cannabis – unter der Bedingung einer streng kontrollierten Abgabe. Das ergibt sich aus einer Studie des Berliner Marktforschungsinstituts Aposcope.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin