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Parodontitis geht aufs Herz: Warum Zähneputzen so gesund ist

Freitag, 6. Dezember 2019 – Autor:
Parodontitis geht aufs Herz. Mehrmals täglich die Zähne zu putzen kann daher das Risiko senken, an Vorhofflimmern oder Herzinsuffizienz zu erkranken. Das besagt eine koreanische Studie.
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Zähneputzen verhindert Parodontitis, die Vorhofflimmern und Herzschwäche verursachen kann – Foto: Michael Eichhammer

Parodontitis geht aufs Herz. Mehrmals täglich die Zähne zu putzen kann daher das Risiko senken, an Vorhofflimmern oder Herzinsuffizienz zu erkranken. Das besagt eine koreanische Studie, die im Fachmagazin European Journal of Preventive Cardiology veröfentlicht wurde.

Eine schlechte Mundhygiene führt zu Bakterienansammlungen - und die zu Parodontitis, der Zahnbettentzündung. Die sei in der Bevölkerung weit verbreitet, so der leitende Autor Studien-Autor Dr. Tae-Jin Song vom Ewha Womans University College of Medicine in Seoul.

Parodontitis beginnt mit Zahnfleischentzündung

Die Parodontitis beginnt in der Regel mit einer durch Zahnbeläge und den darauf siedelnden Bakterien verursachten Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis). Das zieht sich zunehmend zurück, und es bilden sich Taschen zwischen Zahnfleisch und Zahn. In diesen Taschen können sich vermehrt Bakterien einnisten.

Dauert der Zustand längere Zeit an, greift die Entzündung auf das umliegende Bindegewebe und den Kieferknochen über. Dieser Prozess kann jahrelang schmerzfrei und damit unbemerkt verlaufen, Bindegewebe und Knochen bilden sich weiter zurück, am Ende dieses Prozesses wird der Zahn nicht mehr gehalten und lockert sich. Gelangen nun Keime aus dem entzündeten Zahnbett ins Blut, können sie die Entzündungen im Körper verursachen. Eine Entzündung erhöht wiederum das Risiko von Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz.

 

Reduziertes Risiko für Vorhofflimmern und Herzversagen

Die retrospektive Kohortenstudie umfasste 161.286 Teilnehmer des koreanischen Krankenversicherungssystems im Alter von 40 bis 79 Jahren ohne Vorhofflimmern oder Herzversagen in der Vorgeschichte. Die Teilnehmer wurden zwischen 2003 und 2004 einer routinemäßigen medizinischen Untersuchung unterzogen. Es wurden Informationen zu Größe, Gewicht, Labortests, Krankheiten, Lebensstil, Mundgesundheit und Mundhygieneverhalten gesammelt.

Während einer durchschnittlichen  Nachbeobachtungszeit von 10,5 Jahren entwickelten 4.911 (3 Prozent) Teilnehmer Vorhofflimmern und 7.971 (4,9 Prozent) Herzversagen. Das drei- oder mehrmalige Zähneputzen am Tag war mit einem um 10 Prozent geringeren Risiko für Vorhofflimmern und einem um 12 Prozent geringeren Risiko für Herzversagen während des Follow-ups verbunden.

Parodontitis geht aufs Herz: Warum Zähneputzen so gesund ist

Die Ergebnisse waren unabhängig von einer Reihe von Faktoren wie Alter, Geschlecht, sozioökonomischem Status, regelmäßiger Bewegung, Alkoholkonsum, Body-Mass-Index und Komorbiditäten wie Bluthochdruck.

Die These der Forscher lautet: Parodontitis geht aufs Herz. Häufiges Zähneputzen ist nun so gesund, weil es die Bakterien im subgingivalen Biofilm - also Bakterien, die in der Tasche zwischen den Zähnen und dem Zahnfleisch leben - reduziert und so den Übergang in den Blutkreislauf verhindert. Autor Song stellte einschränkend fest, dass die Analyse auf ein Land beschränkt war und als Beobachtungsstudie keinen eindeutigen Ursache-Wirkung-Zusammenhang herstellen kann.

Foto: michael eichhammer/adobe.com

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