. Motorische Fähigkeiten

Parkinson: Tai Chi hilft besser als Physiotherapie

Als begleitende Therapie bei Parkinson ist Tai Chi offenbar wirksamer als bisher angenommen. Eine Studie konnte zeigen, dass es sogar einem physiotherapeutischen Krafttraining überlegen ist.
Parkinson: Tai Chi hilft besser als Physiotherapie

Michael Raab/pixelio.de

Im fortgeschrittenen Stadium leiden Parkinson-Kranke häufig unter Einschränkungen ihrer Bewegungsfähigkeit und ihres Gleichgewichts. Stürze können die Folge sein. Den Betroffenen wird daher oft Physiotherapie und körperliche Bewegung empfohlen, um die Muskeln zu stärken, den Gleichgewichtssinn zu trainieren und damit dem körperlichen Verfall entgegenzuwirken. Nun hat eine Studie des Wissenschaftlers Fuzhong Li am Oregon Research Institute in Eugene im US-Staat Oregon gezeigt, dass Tai Chi die Bewegungsfähigkeit von Parkinson-Kranken nicht nur positiv beeinflussen kann, sondern darin sogar besser abschneidet als konventionelle Physiotherapie

Tai Chi bei Parkinson-Patienten: Studie zum Nutzen

Dass fernöstliche Bewegungsformen wie Tai Chi oder Qi Gong besonders geeignet sind, die motorischen Fähigkeiten älterer Menschen zu bewahren und zu verbessern, ist bekannt. In der aktuellen Studie wurde der Nutzen von Tai Chi nun speziell für Parkinson-Patienten überprüft und erstmals direkt mit einem physiotherapeutischen Krafttraining verglichen. Sechs Monate lang wurden 195 Patienten mit leichten mit mittelschweren Parkinson-Symptomen beobachtet, die zuvor in drei Gruppen eingeteilt worden waren. Die erste Gruppe nahm zweimal pro Woche an einem Tai-Chi-Training teil, die zweite Gruppe absolvierte physiotherapeutische Kraftübungen, und die dritte diente als Kontrollgruppe und führte nur Dehnungsübungen durch.

Während sich in der Kontrollgruppe erwartungsgemäss keine Verbesserungen, eher leichte Verschlechterungen ergaben, waren in der Gruppe mit dem Krafttraining durchaus positive Wirkungen zu verzeichnen. Die besten Ergebnisse zeigten sich aber in der Tai-Chi-Gruppe. Bei fast allen Tests schnitten die Teilnehmer besonders gut ab. So wiesen sie einen deutlich verbesserten Gleichgewichtssinn auf, konnten sich schneller und leichter von einem Stuhl erheben und waren insgesamt beweglicher. Zudem kam es in dieser Gruppe seltener zu Stürzen.

Tai Chi für die Gesundheit

Tai Chi (eigentlich: Tai-Chi Chuan) ist eine in China entwickelte Kampfkunst, die heute von Millionen Menschen weltweit hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen, zur Entspannung oder zur Meditation praktiziert wird. Dabei geht es vor allem um fliessende Bewegungen, bei denen die Gelenke gelockert werden, der Körper entspannt und die Körperhaltung positiv verändert wird. Klinische Untersuchungen konnten zeigen, dass regelmässiges Praktizieren von Tai Chi positive Auswirkungen auf verschiedene gesundheitliche Aspekte wie das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem, die Beweglichkeit oder das Schmerzempfinden haben kann.

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| Bei Parkinson-Patienten sollte mehr auf Physiotherapie und Bewegungstraining wie etwa Nordic Walking gesetzt werden. Das geht aus der überarbeiteten S3-Leitlinie „Idiopathisches Parkinson-Syndrom“ hervor.

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