, aktualisiert: 
. Charité-Studie

Omega-3-Fettsäuren verbessern tatsächlich Gedächtnisleistung

Omega-3-Fettsäuren gelten schon lange als gut fürs Gehirn. Nun haben Wissenschaftler der Charité den positiven Effekt in einer Studie mit älteren Menschen nachgewiesen. Bei den Studienteilnehmern besserte sich die Gedächtnisleistung signifikant.
Omega-3-Fettsäuren stecken in fettem Fisch. Um das Gedächtnis zu verbessern, muss man man Unmengen davon essen oder ein Nahrungsergänzungsmittel schlucken

Omega-3-Fettsäuren stecken in fettem Fisch. Um das Gedächtnis zu verbessern, muss man Unmengen davon essen oder ein Nahrungsergänzungsmittel schlucken

Omega-3-Fettsäuren sind zum Beispiel in fettem Fisch enthalten und insbesondere für Kinder und Jugendliche wichtig. Aber auch im Erwachsenenalter entfalten die Substanzen zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen. Neben einem positiven Einfluss auf die Blutfettwerte und Bluthochdruck wirken sich Omega-3-Fettsäuren positiv auf den Gehirnstoffwechsel und die Funktion von Nervenzellen aus. Darum werden die ungesättigten Fettsäuren auch in der Demenzforschung diskutiert.

Gedächtnis nach sechs Monaten erheblich verbessert

Hinweise auf positive Effekte bei älteren, gesunden Menschen konnten nun Wissenschaftler der Charité in einer Studie liefern. Probanden, die sechs Monate lang Omega-3-Fettsäure eingenommen hatten, schnitten bei einer Gedächtnisaufgabe signifikant besser ab als die Kontrollgruppe, die ein Placebo in Form von Sonnenblumenöl bekam. Die Studienteilnehmer waren zwischen 60 und 80 Jahre alt und bekamen täglich 2.200 Milligramm Omega-3-Fettsäuren in Form eines Nahrungsergänzungsmittels verabreicht. Die hohe Dosis hatte allerdings keinen Effekt auf eine bessere Sprachlernfähigkeit, wie die Wissenschaftler herausfanden. Und ob sich die verbesserte Gedächtnisleistung auch im Alltag bemerkbar macht, war nicht Gegenstand der Untersuchung.

Dennoch halten die Wissenschaftler um Dr. Nadine Külzow Omega-3-Fettsäure für einen vielversprechenden Ansatz, um die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter zu erhalten. Das Mittel müsse aber langfristig eingenommen werden, betont Neurologin Künzow. „Gezielte Ernährungsinterventionen können dabei zentrales Element sein.“

Synergetische Effekte von Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B?

Für eine Nachfolgestudie sucht die Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité noch Studienteilnehmer zwischen 60 und 80 Jahren, bei denen sich erste Gedächtniseinbußen bemerkbar machen. In der Studie soll die Wirksamkeit einer kombinierten Gabe von Omega-3-Fettsäuren mit Vitamin B geprüft werden. Studien aus Oxford hatten nämlich gezeigt, dass sich hierdurch synergistische Effekte ergeben könnten.

Muskeln und Nerven erholen sich besser

Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren schützen aber nicht nur das Erinnerungs- und Denkvermögen. Neue Forschungsarbeiten zeigen auch Effekte nach Schädel-Hirntrauma oder bei Verletzungen des Rückenmarks. Auch nach einem Herzinfarkt sollen sie nützlich sein: Eine im Sommer im Fachmagazin "Circulation" veröffentlichte Studie hatte gezeigt, dass Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, durch hochdosierte Omega-3-Fettsäuren ihre Überlebenschance verbessern können. Offenbar helfen die Fettsäuren bei der Regeneration von Herzmuskel und Nerven, vermuten Forscher. 

Foto: © contrastwerkstatt - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha

Weitere Nachrichten zum Thema Gedächtnis

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise, dass das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin Angststörungen reduzieren kann. Dies haben nun Forscher der Universität Regensburg bestätigt. Demnach kann Oxytocin soziale Phobien wirksam lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Maritim proArte Hotel Berlin, Friedrichstraße 150-153, 10117 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.