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Omega-3-Fettsäuren: Potenzial nach Schädel-Hirntrauma

Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren wie sie im Fischöl vorkommen schützen das Erinnerungs- und Denkvermögen. Neue Forschungsarbeiten zeigen jetzt auch Effekte nach Schädel-Hirntrauma oder bei Verletzungen des Rückenmarks.
Omega-3-Fettsäuren: Potenzial nach Schädel-Hirntrauma

Omega-3-Fettsäuren: Schützende Wirkung auch nach schweren Verletzungen

Die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren (PUFAs) namens EPA und DHA kommen in Meerestieren und Fischölen vor. Dass diese natürlichen Substanzen die Denkleistung fördern, ist schon seit längerem bekannt. Nun berichten Forscher, dass EPA und DHA auch Folgen von traumatischen Hirn- und Rückenmarksverletzungen vermindern können, indem sie Entzündungen und Nervenzellenschäden reduzieren. Die ermutigenden Erkenntnisse wurden auf dem 11. Kongress der International Society for the Study of Fatty Acids and Lipids in Stockholm Ende Juni präsentiert. „Forschungen haben signifikante Effekte von DHA und EPA nachgewiesen", erklärte Professor Adina Michael-Titus, Neurowissenschaftlerin am Blizard Institut der London School of Medicine and Dentistry. „Diese Omega-3-Fettsäuren können Nervenzellen schützen und regenerieren und auch schädigende Entzündungen reduzieren. Im Ergebnis haben sie ein bedeutendes Potenzial für eine verbesserte Behandlung von Hirn- und Rückenmarksverletzungen."

Omega-3-Fettsäuren: Überleben von Nervenzellen nach Trauma wurde verbessert

Die Forscherin bezieht sich dabei auf Tierstudien, in denen gezeigt wurde, dass die Verabreichung von DHA bis zu zwei Stunden nach einer Rückenmarksverletzung die neurologische Funktion und die Überlebensrate von Nervenzellen verbessert, Entzündungen verringert und oxidativen Stress senkt. Vor der Verletzung zugeführtes DHA förderte demnach ebenfalls das Überleben der Zellen und deren Funktion. Ähnliche neuroprotektive Wirkungen wurden aus Versuchen mit Ratten mit minderschwerem Schädel-Hirntrauma berichtet, die vor oder kurz nach der Verletzung mit DHA und EPA gefüttert worden waren. „Wir hoffen, diese vielversprechenden Ergebnisse in die Patientenbehandlung übertragen zu können“, sagte Michael-Titus in Stockholm und kündigte erste Studien mit Patienten an.

Niccolò Terrando, Ph.D., Assistenzprofessor für Physiologie und Pharmakologie am Karolinska Institutet in Schweden, bestätigte die schützende Wirkung. Er konnte im Tierversuch demonstrieren, wie Resolvine - natürlich produzierte Moleküle aus Omega-3-Fettsäuren - gegen kognitive Beeinträchtigungen, die häufig bei Patienten nach einer OP und während schwerer Erkrankungen auftreten, schützen können. Die Behandlung mit einer einzigen Dosis eines aus DHA stammenden Resolvins habe das Gehirn nach einer Operation vor Gedächtnisstörungen durch "auflösen" der Neuroinflammation geschützt. Ebenso sei die Funktion der Nervenzellen verbessert worden, wenn die gleiche Dosis 24 Stunden nach einer Operation verabreicht wurde.

 

Schädel-Hirn-Trauma und Rückenmarksverletzungen meist Unfallfolgen

Aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas oder einer Rückenmarksverletzungen kommt es zu einer verminderten Durchblutung und reduziertem DHA-Level, Entzündungen, Schwellungen und Zelltod. Der Verlust von bestimmten Zelltypen vermindert die Fähigkeit des Gehirns zur Selbstheilung und kann das Nervensystem beeinträchtigen. Bislang gibt es keine spezifische Behandlungsmethode zum Schutz vor solchen Schäden. Allein im Jahr 2010 gab es mehr als zehn Millionen Schädel-Hirn-Traumata weltweit, meist sind Unfälle die Ursache. Die Betroffene haben oft lebenslang mit den Folgen wie Epilepsie, chronische Kopfschmerzen oder neuropsychiatrischen Störungen zu kämpfen.

© freshidea - Fotolia.com

Autor: gst
Hauptkategorie: Medizin
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