. Palliativmedizin

Neukölln bekommt die erste Palliativstation

Das Vivantes Klinikum Neukölln hat gestern seine neue Palliativstation der Öffentlichkeit vorgestellt. Die neue Station mit 13 Betten steht ab Januar Patienten mit unheilbaren Erkrankungen zur Verfügung.
Neukölln bekommt die erste Palliativstation

Betreuung am Lebensende: Am Krankenhaus Neukölln gibt es jetzt das erste Stationäre Angebot im Berliner Süden

Mit der Eröffnung einer neuen Palliativstation am Vivantes Klinikum Neukölln wird im Berliner Südosten eine Versorgungslücke geschlossen. Bisher gab es in Berlin sechs Palliativstationen, die jedoch alle im Westen und Norden der Stadt liegen.

Die neue Palliativstation liegt etwas abseits vom normalen Krankenhausbetrieb in einem Pavillon auf dem grünen Klinikgelände. Sie ist wohnlich eingerichtet und soll bewusst möglichst wenig an ein Krankenhaus erinnern. Unheilbar erkrankte Patienten werden hier am Lebensende betreut, in erster Linie Krebspatienten, aber auch andere Menschen mit komplexen Erkrankungen, beispielsweise schwere chronische Lungenerkrankungen oder neurologische Krankheiten. Therapiert werden sie mit konservativer oder interventioneller Schmerztherapie, Physio- und Psychotherapien sowie sozialer, seelischer und spiritueller Betreuung, wobei auch Angehörige einbezogen werden.

Stationäre Versorgung auf der Palliativstation - keine Endstation

„Die Palliativstation ist keine „Endstation“, betonte Chefärztin Professor Maike de Wit, die zugleich die Hämatologie und Onkologie am Krankenhaus Neukölln leitet. Anders als in einem Hospiz, in dem es um eine Sterbebegleitung gehe, sei es das Ziel der Palliativstation, die Patienten zu stabilisieren und sie mit medizinischer und pflegerischer Versorgung in ihre vertraute Umgebung oder - wenn dies nicht möglich ist - in ein Hospiz zu entlassen. Bisher werden Menschen mit schweren, unheilbaren Krankheiten in Neukölln zu Hause im System der spezialisierten ambulanten Versorgung betreut. Wenn das nicht mehr möglich ist, blieb bislang nur das Hospiz. Die stationäre Versorgung auf der Palliativstation soll ein Bindeglied zwischen diesen Angeboten sein.

In der Palliativmedizin hat die Lebensqualität Vorrang

De Wit zufolge haben unheilbar kranke Patienten am meisten Angst vor Schmerzen, Atemnot oder Übelkeit am Lebensende. „Auf unserer Palliativstation wollen wir diese Menschen und ihre Angehörigen rundum als Menschen auffangen und ihre Schmerzen und sonstige Beschwerden lindern“, sagt die Onkologin. Die Lebensqualität der Patienten stehe an erster Stelle.

Die neue Station hat 13 Betten und geht im Januar 2015 in Betrieb. Vivantes hat nach eigenen Angaben 750.000 Euro in die Station investiert.

Foto: © Sandor Kacso - Fotolia.com

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