. Schwarzer Hautkrebs

Neues Medikament gegen schwarzen Hautkrebs zugelassen

Die Überlebenschancen für Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs haben sich verbessert. In den letzten Jahren wurde neue Medikamente entwickelt, die direkt auf die Tumorzellen oder das menschliche Immunsystem wirken. Jetzt hat erneut ein Präparat zur Immuntherapie die europäische Zulassung erhalten: Nivolumab.
Medikament gegen Hautkrebs zugelassen

Ipilimumab und Nivolumab aktivieren das körpereigene Immunsystem gegen Hautkrebs

Die Ergebnisse bisheriger Studien klingen vielversprechend. Der Wirkstoff wurde im Vergleich zum länger eingeführten Dacarbacin getestet. Melanom-Patienten, die zuvor kein anderes Medikament erhalten hatten, lebten länger. Patienten, die zuvor mit Ipilimumab behandelt wurden und bei denen dieses Präparat nicht mehr anschug, sprachen auf Nivolumab besser an als auf Dacarbacin oder eine Chemotherapie.

Schwarzer Hautkrebs: Nivolumab aktiviert das Immunsystem

Ipilimumab und Nivolumab aktivieren das körpereigene Immunsystem, das die Krebszellen so besser bekämpfen kann. Ipilimumab blockiert Rezeptoren, die die für die Abwehr zuständigen T-Zellen herunterdimmt. Nivolumab blockiert einen Stoff, mit dem die Krebszellen die Selbstvernichtung der T-Zellen provozieren.

Dacarbasin wirkt in der Krebszelle. Der so genannte BRAF-Hemmer stört dort die Signalübertragung, hemmt so ihr Wachstum oder lässt den Tumor sogar schrumpfen. BRAF-Hemmer sind jedoch nur für die Hälfte der Melanom-Patienten geeignet, bei ihnen weisen die Krebszellen eine bestimmte Mutation auf.  2013 wurde der BRAF-Hemmer Dabrafenib zugelassen, der laut Studien effektiver ist als Dacarbacin.

Die BRAF-Hemmer und die Medikamente zur Immuntherapie können Nebenwirkungen haben, die bei zweiteren schwerwiegender sind: Das überaktive Immunsystem kann beispielsweise eine Darmentzündung bewirken. Auch die herkömmliche Chemotherapie hat Nebenwirkungen, sie zieht Tumorzellen und gesunde Zellen in Mitleidenschaft.

 

Hautkrebs-Erkrankungen nehmen zu

Beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) entarten pigmentbildende Zellen der Haut und beginnen zu wuchern. Der oberflächliche Tumor kann operativ entfernt werden. Wird er nicht rechtzeitig erkannt,  wächst er tiefer in das Gewebe hinein, streut in die Lymphknoten und bildet Metastasen in Lunge und Gehirn. Der fortgeschrittene oder metastasierende Hautkrebs hatte in den früheren Jahren eine sehr schlechte Überlebensprognose, da diese Metastasen schwierig zu behandeln sind.

Hautkrebs-Erkrankungen nehmen in Deutschland zu. Im Jahr gibt es bis zu 250.000 neue Fälle. Bei den meisten bildet sich der weniger aggressive, helle Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Stachelzellkarzinom) an Körperregionen, die viel Sonne abbekommen, Gesicht, Ohren. Der helle Hautkrebs streut selten. 30.000 der Hautkrebs-Patienten erkranken am malignen Melanom, das Körperteile befällt, die nicht so oft der UV-Strahlung ausgesetzt sind, bei den Männern den Rücken, bei Frauen die Beine.

Foto: DOC RABE Media

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hautkrebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wissenschaftler haben weitere Ursachen gefunden, warum Nervenzellen bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) unwiderruflich absterben. Die Autophagie (Zell-Reininigung) spielt dabei eine wesentliche Rolle. In pre-klinischen Studien wird nun das therapeutische Potenzial eines verstärkten Proteinabbaus in den Zellen geprüft.
Die Sonne gewinnt erfreulich spürbar an Kraft, aber die Haut ist noch blass vom Winter: Der Schutz vor UV-Strahlung ist deshalb keinesfalls nur eine Angelegenheit der Sommermonate – er beginnt im April. Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Schon jetzt ist die Sonne ähnlich intensiv wie im August.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin, Haus A, Aufgang D 06, 1. OG, Seminarraum siehe Info-Tafel am Eingang
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.