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13.09.2017

Neuer Test zur Früherkennung von Parkinson

Mit einem einfachen Zeichen-Test lässt sich Parkinson schon lange vor dem Ausbruch der Erkrankung feststellen. Das berichten australische Forscher.
Zeichnen

Anhand einer einfachen Zeichen-Aufgabe lässt sich die Parkinson-Krankheit diagnostizieren.

Wissenschaftler der RMIT University in Melbourne entwickelten eine Diagnose-Software, mit der sich Parkinson bereits in einer sehr frühen Phase erkennen lässt, also dann, wenn es noch keine körperlichen Symptome gibt.

Viele Therapie-Möglichkeiten für Parkinson sind nur dann wirksam, wenn die Krankheit frühzeitig entdeckt wird. Es gibt dafür aber nach wie vor keinen Labortest. Und wenn die Patienten sich mit Beschwerden bei einem Neurologen vorstellen, haben die Nervenzellen im Gehirn bereits irreversible Schäden erlitten.

Neuer Test zur Früherkennung von Parkinson

„Wenn die ersten Symptome wie Zittern oder Muskelstarre auftreten, ist es vielleicht schon zu spät", sagt Studien-Leiter Prof. Dinesh Kumar. Bekannt ist, dass diese Erkrankung  die Fähigkeit zum Schreiben und Zeichnen beeinträchtigt. So entwarfen die Wissenschaftler einen Mal-Test, der zur Früherkennung von Parkinson dienen könnte.

An der Studie, die im Fachjournal Frontiers in Neurology veröffentlicht wurde, nahmen 62 Parkinson-Patienten teil. Die eine Hälfte hatte noch keine sichtbaren Symptome,  bei der anderen Hälfte reichten die Symtome von mild bis stark ausgeprägt. Die Forscher unterzogen sie verschiedenen Geschicklichkeitsaufgaben. Sie mussten auf einem Tablet einen Satz, einzelne Buchstaben oder eine Buchstabenfolge aufschreiben und eine archimedische Spirale anhand vorgegebener Punkte nachzeichnen. Die Abweichungen von den Vorgaben wurde erfasst.

 

Zeichen-Aufgabe erwies sich als zuverlässige Test-Methode

Dabei erwies sich die Spirale als die zuverlässigste Testmethode. Mit diesem Tool ließ sich nach Angaben der Wissenschaftler mit einer Genauigkeit von 93 Prozent feststellen, ob jemand an der Parkinson-Krankheit leidet und wie weit diese fortgeschritten ist. Mehr als 10 Millionen Menschen weltweit leiden schätzungsweise an Parkinson. In Australien ist es die zweithäufigste neurologische Erkrankung nach der Demenz. Etwa 20 Prozent der Patienten sind unter 50 Jahre alt, 10 Prozent sogar unter 40 Jahren.

Forscher der Michigan State University gingen einen anderen Weg. Ein bekanntes Frühwarnzeichen für Parkinson und andere neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer ist das Nachlassen des Geruchssinnes. So entwickelten sie einen Geruchstest. Dabei wurden 2.462 gesunden Probanden im  Durchschnittsalter von 75 Jahren zwölf bekannte Gerüche wie Zimt, Zitrone, Benzin, Seife und Zwiebel vorgesetzt. Aus vier Möglichkeiten sollten sie dann die richtige Antwort auswählen. Im Anschluss wurden die Teilnehmer über zehn Jahre weiterbeobachtet.

Verlust des Geruchssinns als Frühwarnzeichen

In diesem Zeitraum erkrankten 42 Menschen an Parkinson. Die Senioren mit einem schlechten Geruchssinn entwickelten fünf Mal häufiger Parkinson als die Senioren, die bei dem Geruchstest gut abschnitten. Die Korrelation war bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen und galt nur für weiße Probanden. Bei schwarzen Teilnehmern gab es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Geruchssinn und Erkrankungsrisiko.

Der Geruchssinn als Prognose-Instrument funktionierte, wenn die Krankheit bis zu sechs Jahre nach dem Test auftrat. Zeigten sich erst später Symptome, war der Test nicht mehr so aussagekräftig. Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass Menschen mit einem schlechten Geruchssinn automatisch Parkinson entwickeln müssten, betonte Studien-Leiter Dr. Honglei Chen. Die entsprechende Studie erschien im Fachmagazin Neurology.

Foto: justyle/fotolia.com

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