Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
03.11.2017

Neue Therapie gegen Akne inversa

Akne inversa ließ sich bislang nur schwer behandeln. Doch eine neue Bestrahlungstherapie scheint erfolgsversprechend zu sein. Die Therapie ist seit Anfang des Jahres zugelassen und kann die chirurgische Entfernung von Abszessen verhindern.
Akne inversa kann heute mit einem speziellen Verfahren bestrahlt werden

Akne inversa kann heute mit einem speziellen Verfahren bestrahlt werden

Akne inversa hat nichts mit Pubertätspickeln zu tun. Bei dieser Form von Akne handelt es sich um eine schwere chronische Hauterkrankung, von der sogar vorwiegend Erwachsene betroffen sind. Die Krankheit ist durch eitrige Abszesse gekennzeichnet, die überall auf der Haut vorkommen können, vor allem in den Hautfalten des Körpers wie in den Achselhöhlen und im Intimbereich. Ursache ist eine Verhornungsstörung der Haarwurzeln: Der in den Haarwurzeln gebildete Talg kann nicht mehr nach außen gelangen, weil Hornpartikel den Haarwurzelkanal verstopfen. Die Folge ist eine Infektion der Talgdrüsen-Haarwurzeleinheit. Es bildet sich Eiter, im Verlauf reißt die Haarwurzel ein und die Entzündung tritt ins umliegende Gewebe aus. Ein schmerzhafter Abszess entsteht. Dieser kann bis auf die Größe eines Tennisballs anwachsen und bei schwerer Ausprägung der Krankheit Fistelgänge bilden.

Nicht invasives Verfahren

Bislang gab es kaum Therapiemöglichkeiten für diese schwere Hautkrankheit, an der in Deutschland schätzungsweise ein bis drei Millionen Menschen leiden. Doch Wissenschaftler von der Uniklinik Mainz bzw. des Startup-Unternehmen Lenicura konnten ein Bestrahlungsverfahren entwickeln, das offenbar einen hohen Patientennutzen zeigt. Es nennt sich lAight-Therapie und wurde Anfang des Jahres in Deutschland zugelassen.

Die Bestrahlung kann ambulant erfolgen und erfolgt zunächst alle zwei Wochen. Je nach Befund kann der Arzt die Intervalle dann auf vier bis acht Wochen ausdehnen. Die betroffenen Hautareale werden dabei mit einer Kombination aus polychromatischem Licht und elektromagnetischen Frequenzen bestrahlt. Die Bestrahlung erfolgt durch ein speziell für die lAight-Therapie entwickeltes Gerät. „Die entzündeten, aktiven Abszesse öffnen sich bei positivem Verlauf der Behandlung und heilen in der Folge ab“, erklärt Arend Poppner vom Startup-Unternehmen LENICURA. Neuen Entzündungen werde durch die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung der Bestrahlung vorgebeugt. „Im Falle von Narben, die bei Akne inversa-Patienten häufig bereits vorhandenen sind, kann auch ein positiver Effekt auf die Narbenstruktur festgestellt werden.“

 

NICE Studie belegt den Therapieeffekt

Der Hautexperte beruft sich auf praktische Erfahrung sowie Studienergebnisse. In der Begleitstudie NICE (Non-Invasive Combination therapy in acnE inversa) zur lAight-Therapie konnte die hohe Effektivität der Bestrahlung betroffener Hautareale an 47 Probanden nachgewiesen werden. Nach Informationen der Uniklinik Mainz, ließ sich so eine signifikante Steigerung der Lebensqualität der Mehrheit der Teilnehmer erreichen.

„Bisher gehören die Betroffenen von Akne inversa zu einer drastisch unterversorgten Patientengruppe, auch weil es keine zugänglichen, langfristig anwendbaren Therapien gab, berichtet Dr. Andreas Hafner von Lenicura. „War das Leben eines Akne inversa-Betroffenen bislang in der Regel geprägt durch eine Vielzahl an chirurgischen Eingriffen mit langen Genesungszeiten, so bietet die lAight-Therapie eine echte Alternative und vor allem eine schonende und effektive Behandlungsmethode.“

Foto: © Voyagerix - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Haut
 

Weitere Nachrichten zum Thema Haut

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Im Gegensatz zur Bundespolitik ist offenbar eine klare Mehrheit von Apotheken-Mitarbeitern in Deutschland für eine Legalisierung von sogenanntem Genuss-Cannabis – unter der Bedingung einer streng kontrollierten Abgabe. Das ergibt sich aus einer Studie des Berliner Marktforschungsinstituts Aposcope.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin