Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
21.08.2015

Neue HIV-Tests liefern Ergebnis schon nach sechs Wochen

30 Jahre nach der Einführung des HIV-Tests hat sich das diagnostische Zeitfenster auf sechs Wochen verkürzt. Bislang musste man zwölf Wochen auf das Ergebnis warten.
HIV-Tests sind schneller geworden: Die Sechs-Wochen-Frist gilt auch in den europäischen Leitlinien

HIV-Tests sind schneller geworden: Die Sechs-Wochen-Frist gilt auch in den europäischen Leitlinien

Vor genau 30 Jahren kam der erste HIV-Test auf den Markt. Seither galt: Zwölf Wochen Ungewissheit, bis das Ergebnis feststand. Mit der Einführung der vierten Generation HIV-Tests hat sich die Zeit der Ungewissheit nun halbiert. Ein zuverlässiges Ergebnis liegt heute schon nach sechs Wochen vor. „Mit modernen HIV-Tests hat man früher Gewissheit. Das ist für viele Menschen eine Erleichterung und kann zum Test motivieren“, kommentiert Armin Schafberger, Medizinreferent der Deutschen AIDS-Hilfe, den medizinischen Fortschritt.

Die neuen Testverfahren sind empfindlicher und weisen Antikörper früher und sicherer nach. Außerdem spüren sie im Blut ein Virusbestandteil, das Protein p24, auf. Bei einer HIV-Infektion ist p24 bereits nach zwei bis drei Wochen nachweisbar. Mit der neuen Generation von  Antikörper-Antigen-Kombinationstests lässt sich eine HIV-Infektion somit oft schon nach zwei bis vier Wochen feststellen. Allerdings verlaufen HIV-Infektionen bei jedem Menschen unterschiedlich. „p24 und Antikörper sind in seltenen Fällen erst etwas später nachweisbar“, erläutert Schafberger. „Sicher ausschließen kann man eine Infektion darum erst nach sechs Wochen.“

HIV-Test: Sechs-Wochen-Frist offiziell anerkannt

Die Sechs-Wochen-Frist wurde von den zuständigen Fachgesellschaften - der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten (DVV) und der Gesellschaft für Virologie (GfV) – inzwischen offiziell anerkannt. Eine gemeinsame Stellungnahme dazu wurde Ende Juni im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht. Auch die europäischen Testleitlinien wurden bereits entsprechend geändert. Nur die Briten gehen einen Sonderweg und haben die diagnostische Lücke auf nur vier Wochen verkürzt.

Inzwischen verwenden fast alle Labore Antikörper-Antigen-Kombinationstests – kurz Ak-Ag. Diese Tests sind bereits seit 1997 auf dem Markt  und weisen Antikörper von HIV-1 nach sowie das hauptsächlich in Afrika verbreitete HIV-2. Das HIV-Eiweiß p24 (Antigen) kann nur kurze Zeit nachgewiesen werden, bevor der Körper Antikörper gebildet hat. Danach wird der Nachweis schwerer, weil es von Antikörpern abgefangen wird. Der p24-Anteil des Kombinationstests verkürzt das diagnostische Fenster im Vergleich zum reinen Antikörpertest im Durchschnitt um vier bis sieben Tage.

 

Testergebnis kann falsch negativ sein

Eine hundertprozentige Sicherheit bietet aber auch die neue Testgeneration nicht. Bei negativem Ergebnis und hohem Infektionsrisiko rät die Deutsche AIDS-Hilfe zur alt bewährten Regel: Verlaufskontrolle, das heißt Wiederholung des Suchtests nach ein bis drei Wochen.

Foto: © Sherry Young - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: HIV-Test , HIV / AIDS
 

Weitere Nachrichten zum Thema HIV

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Vitamin C ist das bekannteste Vitamin überhaupt. Es ist an über 150 Stoffwechselprozessen beteiligt, gut für Zähne und Knochen, die Verdauung und die Entgiftung der Leber. Und es hemmt die Bildung von krebsauslösenden Nitrosaminen. Anders als vielfach angenommen, hat seine wichtigste Wirkung aber nicht mit dem Schutz vor Erkältungen zu tun – sondern mit Anti-Aging.

Reizüberflutung und Stress sind die Schattenseiten der Digitalisierung. Da hilft nur die digitale Entgiftung. Ein Psychologe gibt Tipps, wie der Entzug trotz Homeoffice und Homeschooling umgesetzt werden kann.

Zahnpflege ist wichtig. Auf lange Sicht natürlich zum Schutz vor Zahnausfall; aber auch, weil Entzündungen im Mund Krankheiten im gesamten Körper begünstigen können. Manche Lebensmittel aber schwächen beim Essen vorübergehend die Widerstandskraft des Zahnschmelzes. Deshalb gilt hier: Eine halbe Stunde warten. Oder die Zähne VOR dem Essen putzen – beim Frühstück vor allem.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin