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Nachsorge bei Insektengift-Allergikern unzureichend

Bienen- oder Wespengift-Allergiker erleiden nach einem Stich eine anaphylaktische Reaktion, die sich zum allergischen Schock ausweiten kann. Doch die Nachsorge dieser Patienten ist bislang unzureichend.
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Das Wespengift kann bei Allergikern zu einem gefährlichen anaphylaktischen Schock führen

Bis zu 3,5 Prozent der Bevölkerung sind allergisch gegen Insektengift - und zwar gegen die Gifte von Hautflüglern (Hymenoptera), dazu zählen Bienen, Wespen und Hornissen. Werden sie gestochen, kommt es bei ihnen zu einer anaphylaktischen Reaktion, die sich zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock ausweiten kann. Eine überschießende Reaktion des Immunsystems führt dann im schlimmsten Fall zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Doch erhalten diese Patienten auch die angemessene Nachsorge? Das wollten Forscher um den Allergologen Prof. Thilo Jakob von der Justus-Liebig-Universität Gießen wissen. Für die Diagnostik und Nachsorge von Patienten mit Hymenopteragift-Anaphylaxie (HVA) stehen aktuelle Leitlinien zur Verfügung. Inwieweit diese umgesetzt und von den Patienten akzeptiert werden, ist bislang nicht bekannt.

Patienten mit Insenktengift-Anaphylaxie ausgewählt

Für die Analyse wurde eine retrospektive Fragebogen-basierte Studie bei Patienten durchgeführt, die eine HVA-Behandlung in drei deutschen Notfallzentren erhalten hatten. Aus über 125.000 Fällen wurde eine Liste von 1.895 Patienten erstellt, die einen anaphylaktischen Schock erlitten. Schließlich kamen die Wissenschaftler auf 548 Patienten mit einer dokumentierten Insektengift-Anaphylaxie.

Diese Patienten erhielten einen standardisierten Fragebogen, in dem verschiedene Aspekte der Diagnostik und Nachsorge behandelt wurden. Ergebnis: Nur 60 Prozent der Patienten erhielten in der Notaufnahme eine Überweisung an einen Allergologen. Und weniger als 50 Prozent konsultierten nach dem Stich einen Allergologen.

 

Zu wenig Aufklärung über mögliche Immuntherapie

Nur 75 Prozent erhielten eine diagnostische Abklärung, nur knapp 70 Prozent erhielten Informationen über eine Immuntherapie (VIT), die den Körper tolerant gegen das Insektengift macht. Nur bei 50 Prozent wurde solch eine Immuntherapie begonnen.

Eine Notfallmedikation für den Fall eines weiteren Stiches wurde in 90 Prozent der Fälle verschrieben, doch nur in 77 Prozent der Fälle erhielt diese den nötigen Adrenalin-Autoinjektor, von denen 47 Prozent zum Zeitpunkt der Befragung bereits abgelaufen waren.

Nachsorge bei Insektengift-Allergikern unzureichend

Patienten, die bereits auf der Notaufnahme über Diagnose- und Behandlungsoptionen informiert wurden, wurden weitaus häufiger zu einem Allergologen überwiesen (70 Prozent gegenüber 17 Prozent). Der allergische Schock wurde häufiger diagnostisch abgeklärt (88 Prozent gegenüber 59 Prozent) und weitaus öfter eine Immuntherapie begonnen (89 Prozent gegenüber 64 Prozent).

Fazit der Forscher: In vielen Fällen wurde die Sekundär- und Tertiärprävention eines anaphylaktischen Schocks aufgrund einer Insektengiftallergie versäumt, die Nachsorge war somit unzureichend. Die frühzeitige Information über erforderliche Diagnose- und Behandlungsoptionen habe einen großen Einfluss auf den Grad der richtigen, leitliniengerechten Therapie. Die Studie erschien im Allergo Journal International.

Foto: B.Plank/imBILDEat/fotolia.com

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