. Säuglingsnahrung

Muttermilchbanken für Frühgeborene

Muttermilch ist die beste Ernährung für Säuglinge. Kann die Mutter nicht stillen, was bei Frühgeborenen oft der Fall ist, helfen Muttermilchbanken weiter. Am Universitätsklinikum Freiburg wurde gerade Baden-Württembergs erste Frauenmilchbank eröffnet.
Muttermilchbanken für Frühgeborene sind eine Alternative zur künstlichen Säuglingsnahrung

Muttermilchbanken für Frühgeborene sind eine Alternative zur künstlichen Säuglingsnahrung

Viele Mütter von Frühgeborenen haben nicht genug eigene Muttermilch für ihr Kind. Dabei gilt Muttermilch wegen seines hohen Nährstoffgehalts und der Antikörper als das Beste, was eine Mutter ihrem Kind geben kann. Einen Ausweg bieten so genannte Muttermilchbanken. Frauen, die mehr Muttermilch haben, als für ihr eigenes Kind nötig, können hier spenden und damit Frühgeborenen helfen. An der Berliner Charité ist das schon seit längerem möglich. Nun hat auch das Universitätsklinikum Freiburg eine Muttermilchbank eröffnet. Nach Klinikangaben ist es die erste Frauenmilchbank Baden-Württembergs.

Mütter helfen Müttern

„Ziel unserer Frauenmilchbank ist es, alle sehr kleinen Frühgeborenen der eigenen Abteilung mit Muttermilch zu versorgen, um auf künstliche Säuglingsnahrung verzichten zu können“, sagt Dr. Daniel Klotz, Neonatologe an der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg und Leiter der Frauenmilchbank.

Die Milch stammt von Frauen, die an der Klinik entbunden haben. Sie werden vom Team um Klotz sorgfältig ausgewählt und auf Erkrankungen untersucht. Ist alles okay, wird die gespendete Milch mikrobiologisch untersucht, bei Bedarf pasteurisiert und bei -20 Grad Celsius gefriergelagert. Anschließend kann die Milch Frühgeborenen und kranken Neugeborenen, die keine Milch der eigenen Mutter erhalten, im Fläschchen gefüttert werden.

Muttermilch gesünder als künstliche Säuglingsnahrung

„Frühgeborene, die mit gespendeter Muttermilch anstatt künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, erleiden unter anderem deutlich seltener schwerwiegende Darmkomplikationen und haben eine bessere Nahrungsverträglichkeit“, erläutert Klotz die Vorteile der Muttermilchbank. Zudem helfe Muttermilch späteren allergischen Erkrankungen oder Infektionen vorzubeugen.

Allerdings ist das Aufbereitungsverfahren der Muttermilch sehr aufwändig und teuer. Der Frühchenverein Freiburg e.V hat dem Universitätsklinikum darum eine Spende zukommen lassen und damit das Projekt auf den Weg gebracht.

Foto: © mmphoto - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Frühchen , Ernährung

Weitere Nachrichten zum Thema Muttermilch

| Während der Schwangerschaft nimmt die Häufigkeit von Schüben bei MS ab, doch nach der Geburt steigt sie wieder an. Ob Stillen das Auftreten des ersten Schubs hinauszögern kann, ist umstritten. Nun hat eine Studie Hinweise für die protektive Wirkung des Stillens bei MS geliefert.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Vom Hepatitis C Medikament Sovaldi ist eine Fälschung auf den deutschen Markt gelangt. Das BfArM warnt davor, die Tabletten einzunehmen. Patienten können die Fälschung leicht erkennen: Die Filmtabletten sind weiß statt gelb.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KommRum e.V., Schnackenburgstr. 4, 12159 Berlin-Friedenau
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.