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24.02.2017

Muttermilchbanken für Frühgeborene

Muttermilch ist die beste Ernährung für Säuglinge. Kann die Mutter nicht stillen, was bei Frühgeborenen oft der Fall ist, helfen Muttermilchbanken weiter. Am Universitätsklinikum Freiburg wurde gerade Baden-Württembergs erste Frauenmilchbank eröffnet.
Muttermilchbanken für Frühgeborene sind eine Alternative zur künstlichen Säuglingsnahrung

Muttermilchbanken für Frühgeborene sind eine Alternative zur künstlichen Säuglingsnahrung

Viele Mütter von Frühgeborenen haben nicht genug eigene Muttermilch für ihr Kind. Dabei gilt Muttermilch wegen seines hohen Nährstoffgehalts und der Antikörper als das Beste, was eine Mutter ihrem Kind geben kann. Einen Ausweg bieten so genannte Muttermilchbanken. Frauen, die mehr Muttermilch haben, als für ihr eigenes Kind nötig, können hier spenden und damit Frühgeborenen helfen. An der Berliner Charité ist das schon seit längerem möglich. Nun hat auch das Universitätsklinikum Freiburg eine Muttermilchbank eröffnet. Nach Klinikangaben ist es die erste Frauenmilchbank Baden-Württembergs.

Mütter helfen Müttern

„Ziel unserer Frauenmilchbank ist es, alle sehr kleinen Frühgeborenen der eigenen Abteilung mit Muttermilch zu versorgen, um auf künstliche Säuglingsnahrung verzichten zu können“, sagt Dr. Daniel Klotz, Neonatologe an der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg und Leiter der Frauenmilchbank.

Die Milch stammt von Frauen, die an der Klinik entbunden haben. Sie werden vom Team um Klotz sorgfältig ausgewählt und auf Erkrankungen untersucht. Ist alles okay, wird die gespendete Milch mikrobiologisch untersucht, bei Bedarf pasteurisiert und bei -20 Grad Celsius gefriergelagert. Anschließend kann die Milch Frühgeborenen und kranken Neugeborenen, die keine Milch der eigenen Mutter erhalten, im Fläschchen gefüttert werden.

 

Muttermilch gesünder als künstliche Säuglingsnahrung

„Frühgeborene, die mit gespendeter Muttermilch anstatt künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, erleiden unter anderem deutlich seltener schwerwiegende Darmkomplikationen und haben eine bessere Nahrungsverträglichkeit“, erläutert Klotz die Vorteile der Muttermilchbank. Zudem helfe Muttermilch späteren allergischen Erkrankungen oder Infektionen vorzubeugen.

Allerdings ist das Aufbereitungsverfahren der Muttermilch sehr aufwändig und teuer. Der Frühchenverein Freiburg e.V hat dem Universitätsklinikum darum eine Spende zukommen lassen und damit das Projekt auf den Weg gebracht.

Foto: © mmphoto - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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