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03.12.2014

Mit Koffein gegen Alzheimer Plaques

Koffein wird schon länger als Schutz vor Alzheimer diskutiert. Bonner Forscher haben nun einen koffeinähnlichen Wirkstoff entwickelt und wollen herausfinden, wie er auf die Alzheimer typischen Eiweißablagerungen wirkt.
Mit Koffein gegen Alzheimer Plaques

Derzeit ist noch unklar, ob Koffein einen positiven Effekt auf die typischen Alzheimer Plaques hat

Studien geben Hinweise, dass Koffein das Alzheimer-Risiko senkt. Aber könnte sich der Stoff, der in Tee und Kaffee steckt, auch günstig auf Alzheimer typischen Eiweißablagerungen auswirken? Das erforschen Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Lille jetzt gemeinsam. Die Wissenschaftler werden dabei von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) und der französische Partnerorganisation LECMA mit insgesamt 100.000 Euro unterstützt.

Neuer Wirkstoff entwickelt

Professor Christa E. Müller von der Universität Bonn hat mit ihrer Arbeitsgruppe bereits einen koffeinähnlichen Wirkstoff namens MSX-3 entwickelt, der vielfach leistungsstärker als herkömmliches Koffein ist und dabei weniger Nebenwirkungen hat. Dieser Wirkstoff, ein sogenannter A2A-Antagonist, überzeugte in einem Mausmodell mit genetisch veränderten Tieren, die die bei Alzheimer typischen Tau-Ablagerungen aufweisen. Die Nager schnitten in Gedächtnistests deutlich besser ab, als ihre unbehandelten Artgenossen. Die Ergebnisse wurden in einem Artikel zusammengefasst, der in der Online-Ausgabe der angesehenen Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry“ veröffentlicht wurde.

 

Koffeinähnlicher Wirkstoff wird an Eiweiß-Plaques aus Amyloid-Beta getestet

Im nächsten Schritt will die Bonner Forscherin herausfinden, ob ihr Wirkstoff auch positiv auf Eiweiß-Plaques aus Amyloid-Beta wirkt, die ebenfalls ein charakteristisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit sind, und ob die dadurch hervorgerufenen Defizite verhindert oder reduziert werden können. „Ein positives Ergebnis würde die Grundlage dafür bilden, A2A-Adenosinrezeptor-Antagonisten als neuartige Arzneistoffe für die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln“, sagt Christa Müller. „Die Arbeiten stellen somit eine wichtige Grundlage für zukünftige klinische Studien an Alzheimer-Patienten dar“, so Christa Müller weiter.

AIF-Förderung macht Fortsetzung des Projekts möglich

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Die AFI unterstützt Müllers Forschungsarbeiten bereits seit 2011. Dank dieser Förderung war es der Alzheimerforscherin auch gelungen, den koffeinähnlichen Wirkstoff namens MSX-3 zu entwickeln. AIF ist der größte private Förderer öffentlicher Alzheimer-Forschung in Deutschland und hat nach eigenen Angaben in den letzten 20 Jahren bereits sieben Millionen Euro in die Alzheimerforschung gesteckt.

Foto: © Spectral-Design - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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