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Mit CRISPR genmanipulierte Babys in China geboren

In China sollen zwei Kinder zur Welt gekommen sein, deren Genmaterial im Embryonal-Stadium mit der Gen-Schere CRISPR/CAS 9 verändert wurde. Das chinesische Wissenschaftsministerium hat jetzt weitere Forschung dazu verboten.
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Mit der Genschere CRISPR lassen sich krankmachende Gene entfernen, aber auch das Genom gesunder Embryos verändern

Ein Team um den Wissenschaftler He Jiankui von der Southern University of Science and Technology in Shenzhen (SUSTech) hat nach eigenen Angaben einen Versuch mit genmanipulierten Embryonen durchgeführt. Bei den Embryonen wurde ein Gen namens CCR5 eliminiert, um sie resistent gegen HIV zu machen.

Die Embryonen stammten von einem kinderlosen Paar, bei denen die Frau gesund und der Mann HIV-positiv ist - die Infektion ist in China ein wachsendes Problem. Nach der Veränderung des Erbmaterials wurden sie der Mutter eingesetzt. Die Probandin habe jetzt gesunde Zwillingsmädchen zur Welt gebracht, so He Jiankui. Außerdem sei eine weitere Frau schwanger. Die Wissenschaftswelt kritisierte die Experimente als unethisch.

Chinas Regierung hat weiter Embryo-Experimente verboten

Chinas Wissenschaftsministerium hat weitere Versuche untersagt und nach Angaben verschiedener Medien eine "unverzügliche Untersuchung" angeordnet. Der Fall müsse in Übereinstimmung mit den Gesetzen behandelt werden, die auf dem Grundsatz basieren, für die Gesundheit der Menschen Verantwortung zu tragen. Das teilte die Nationale Gesundheitskommission in Peking mit. Chinesische Wissenschaftler bezeichneten die Versuche als "verrückt". Auch die SUSTech hat sich davon distanziert: He habe mit den Embryo-Experimenten die akademische Ethik und Verhaltensregeln verletzt. Die Hochschule habe keine Kenntnis davon gehabt.

"Bei den Experimenten handelt es sich um unverantwortliche Menschenversuche", erklärte auch Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrats, im Hamburger Abendblatt. "Die Grundlagenforschung zu CRISPR sei noch weit entfernt vom Einsatz beim Menschen. "Die Neben- und Spätfolgen sind noch unabsehbar." Ein Risiko beim Einsatz von CRISPR/CAS 9 besteht darin, dass die Genschere nicht immer genau schneidet und auch an anderen Stellen des menschlichen Genoms ungewollte und gesundheitsgefährdende Veränderungen vornehmen könnte.

 

CRISPR-Erfinder fordert Moratorium für diese Technik

Während die natürliche Mutation, die CCR5 inaktiviert, in Teilen Nordeuropas relativ häufig ist, ist sie in China nicht zu finden. Der Versuch, vor HIV geschützte Kinder zu schaffen, fällt aber in eine ethische Grauzone zwischen Therapie und Optimierung. Denn das Verfahren heilt keine Krankheit oder Störung im Embryo - daran wird bereits seit längerem geforscht, bislang wurden diese Embryonen aber nie bei einer Frau eingesetzt - sondern es versucht, ihm einen gesundheitlichen Vorteil zu schaffen. Damit steht der Vorwurf des Designer-Babys im Raum.

Zudem gibt es einfachere und kostengünstigere Möglichkeiten, eine HIV-Infektion zu verhindern. Die Gen-Manipulation eines Embryos im Rahmen einer IVF-Behandlung ist außerdem kostspielig und aufwändig. Viele arme Regionen der Welt, in denen HIV grassiert, hätten ohnehin keinen Zugang zu diesem Verfahren. Der Erfinder des CRISPR, Feng Zhang, fordert angesichts der Versuche ein Moratorium für die von ihm entwickelte Technik.

Mit CRISPR genmanipulierte Babys in China geboren

Fyodor Urnov, stellvertretender Direktor des Altius Institute for Biomedical Sciences in Seattle, formulierte seine "Besorgnis über die Tatsache, dass die Genbearbeitung - eine mächtige und nützliche Technik - an einer Stelle eingesetzt wurde, an der dies nicht notwendig war." Tatsächlich laufen bereits Studien, um dasselbe Gen im Körper von Erwachsenen mit HIV zu bearbeiten.

Die Behauptung, dass in China mit CRISPR genmanipulierte Babys geboren wurden, kam zu dem Zeitpunkt, zu dem führende Genforscher sich zum zweiten internationalen Gipfel zur Bearbeitung von Humangenomen in Hongkong trafen.

Gen-Korrektur "Instrument zur Kontrolle der Evolution"

Eine Umfrage, die von der Sun Yat-Sen University aus der Provinz Guangdon durchgeführt wurde, fand breite Unterstützung für die Bearbeitung von Genen. Mehr als 60 Prozent der 4.700 befragten Chinesen, darunter auch eine Gruppe von HIV-Positiven, sprachen sich dafür aus, genmanipulierte Kinder zu legalisieren, wenn das Ziel darin bestand, Krankheiten zu behandeln oder zu verhindern.

Der aus den USA nach China zurückkehrte Biologe He erklärte, seine Erfindung werde die Erfindung der In-vitro-Fertilisation übertreffen, deren Entwickler 2010 mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. He sieht durch den Einsatz dieser Gentechnologie die Menschheit mit "mächtigen Instrumenten zur Kontrolle der Evolution" ausgestattet. "Durch die Korrektur der Krankheitsgene können wir Menschen besser in der Welt leben."

Foto: catalin/fotolia.com

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