Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
26.06.2016

Millionen Menschen brauchen Behandlung wegen Drogenerkrankungen

Rund fünf Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung konsumiert illegale Drogen. Viele sind wegen ihrer Abhängigkeitserkrankungen auf Hilfe angewiesen. Das geht aus dem aktuellen Weltdrogenbericht hervor, den die Vereinten Nationen zum Weltdrogentag am 26. Juni vorgestellt haben. Doch Deutschlands größtes Problem ist der Alkohol.
immer mehr Frauen treiben Alkoholmissbrauch

Alkohol ist in Deutschland das größte Suchtproblem.

Fast 250 Millionen Menschen weltweit konsumieren demnach verbotene Drogen. Als abhängig von illegalen Substanzen gelten 29 Millionen Menschen. Mehr als 207.000 Drogensüchtige starben im Jahr 2014. Doch nur einer von sechs Menschen ist in Behandlung.

„Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig unsere gemeinsamen weltweiten Anstrengungen sind, die Gesundheit der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Drogenpolitik ist ein wesentlicher Baustein der globalen Gesundheitspolitik. Deutschland ist mit seinem herausragenden System der Suchtberatung und -behandlung und der Schadensminimierung für viele Staaten Vorbild“, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler.

Behandlung für Drogenabhängige weltweit verbesserungsbedürftig

Bei der UN-Vollversammlung zum Weltdrogenproblem haben sich die Mitgliedstaaten darauf verständigt, die Herausforderungen in der Drogen- und Suchtpolitik verstärkt anzugehen. „Gesundheitliche Schäden, die durch Drogenkonsum und Drogenkriminalität entstehen, müssen präventiv vermieden werden, und Patientinnen und Patienten brauchen überall auf der Welt eine gute und adäquate Versorgung“, fordert Mortler.

Für Deutschland legen die Drogenbeauftragte und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) den Schwerpunkt zum Weltdrogentag indes auf die Abhängigkeit von der legalen Droge Alkohol. Denn der Alkoholkonsum der Deutschen ist im internationalen Vergleich hoch.

 

Deutschlands Drogenproblem Nummer eins ist der Alkohol

Mit 12,87 Liter Reinalkohol pro Kopf liegt der jährliche Konsum von Menschen ab 15 Jahren hierzulande einen ganzen Liter über dem europäischen Durchschnitt. 74.000 Todesfälle pro Jahr werden in Deutschland auf Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol zurückgeführt. „Dass Alkohol das Risiko erhöht, an über 200 verschiedenen Krankheiten zu erkranken, ist wissenschaftlich erwiesen“, so Mortler.

Rund 1,6 Millionen Erwachsene bis 64 Jahre in Deutschland konsumieren Alkohol in missbräuchlicher Weise. Etwa 1,77 Millionen Menschen hierzulande gelten zudem als alkoholabhängig. Das entspricht einem Anteil von 4,8 Prozent der Männer und 2,0 Prozent der Frauen. Beim Alkoholmissbrauch ist der Prozentsatz der Frauen seit 2006 von 2,6 Prozent auf 3,5 Prozent im Jahr 2012 gestiegen. Bei Männern wird unverändert 9,8 Prozent Alkoholmissbrauch zugeschrieben.

Foto: kmiragaya – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sucht , Alkoholsucht , Alkohol , Drogen , Drogenbeauftragte
 

Weitere Nachrichten zum Thema Drogenabhängigkeit

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Im Profi-Sport wird den Zellbausteinen seit ein paar Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch spezielle Trainingsmaßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit offenbar enorm steigern.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin