Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
26.01.2018

Meningokokken B Impfung wird vorerst keine Standard-Impfung für Kinder

Seit 2013 gibt es in Deutschland einen Impfstoff gegen Meningokokken B. Nun hat sich die Impfkommission STIKO erneut gegen eine Standardimpfung ausgesprochen. Einige Krankenkassen zahlen die Impfung trotzdem.
Trotz besonders schwerer Verläufe: Kindern wird die Meningokokken B Impfung im Moment nicht empfohlen

Trotz besonders schwerer Verläufe: Kindern wird die Meningokokken B Impfung im Moment nicht empfohlen

Der 2013 in Deutschland zugelassene Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe B wird vorerst keine Standardimpfung für Kinder. Das bekräftigt die Ständige Impfkommission STIKO am Robert Koch-Institut im neuesten Epidemiologischen Bulletin. Meningokokken-B-Erkrankungen führten zwar häufig zu schweren Verläufen, insgesamt sei die Krankheitslast in Deutschland aber niedrig und weiterhin abnehmend, heißt es zur Begründung. Die Impfkommission will nun weitere Daten zu Sicherheit, Effektivität und Schutzdauer der MenB-Impfung auswerten. Unter anderem sollen neue Daten aus England herangezogen werden. „Sobald robustere Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung vorliegen, wird die STIKO die Einführung einer MenB-Impfempfehlung neu bewerten“, teilt die Impfkommission mit.

MenB-Impfung wird nur in Ausnahmen empfohlen

Bisher empfiehlt die STIKO die Impfung gegen MenB lediglich Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko. Dies sind vor allem Personen mit bestimmten Immundefekten, insbesondere Komplementdefekten, Personen mit Asplenie oder Personen, die eine Therapie mit Eculizumab (Soliris®) erhalten.

Die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU) hat soeben mitgeteilt, dass sie die Impfung gegen Meningokokken B entgegen dem STIKO-Beschluss für alle bei ihr versicherten Kinder erstattet. "Wer sein Kind impfen lassen möchte, sollte sich von seinem Kinderarzt beraten lassen", erklärt Anke Sayatz, Impfexpertin der BKK VBU. Das Infektionsrisiko sei in den ersten beiden Lebensjahren am höchsten. Die Impfung ist ab einem Alter von zwei Monaten möglich.

Gehirnhautentzündung oft tödlich

Meningokokken B können eine gefährliche Gehirnhautentzündung auslösen. Aktuell endete eine Infektion mit Meningokokken B bei einem Kita-Kind in Hessen tödlich. Das Tücksche ist, dass die Gehirnhautentzündung wie ein normaler grippaler Infekt mit Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber beginnt. Dann aber geht es rasant: Innerhalb weniger Stunden kann die Erkrankung zu einer lebensgefährlichen Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) oder einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Da die ersten Anzeichen so unspezifisch sind, ist es auch für Ärzte schwer, früh eine Diagnose zu stellen. Übertragen werden die Bakterien durch Tröpfchen, das heißt beim Sprechen, Husten, Händeschütteln. Kinder unter fünf Jahren und Jugendliche sind besonders gefährdet.

Die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C wird von der STIKO indes weiterhin für alle Kinder im 2. Lebensjahr mit einem Meningokokken-C-Konjugatimpfstoff empfohlen. Meningokokken C sind in Deutschland weiter verbreitet als Meningokokken B.

Foto: © REDPIXEL - Fotolia.com

 

Foto: ©REDPIXEL - stock.adobe.com

Autor: ham
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Impfen , Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Impfen

10.11.2019

Seit Jahren hält sich das Gerücht, dass Impfungen das Risiko für Multiple Sklerose (MS) erhöhen. Forscher konnten nun in einer groß angelegten Studie diesen Verdacht entkräften. Es zeigte sich, dass sich Personen, die später eine MS entwickelten, in den Jahren zuvor sogar seltener impfen ließen.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Viele Eltern meinen es gut, wenn sie vor ihren Kindern über eine Demenz bei deren Großeltern nicht sprechen. Sie wollen sie nicht belasten. So schwer es für Kinder ist, diese Erkrankung zu verstehen – so sehr spüren sie, dass etwas nicht stimmt. Experten raten deshalb zu einer kindgerechten Offenheit.

 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin