. Arzneimittel-Versandhandel

Mehr Sicherheit beim Medikamentenkauf im Internet

Im Internet sind Arzneimittel mitunter deutlich billiger als in der Apotheke um die Ecke. Doch der Medikamentenkauf in Online-Apotheken birgt Risiken. Illegale Händler bringen mitunter gefährliche Fälschungen auf den Markt. Davor soll nun ein neues europaweites Logo schützen.
Medikamente

Man sollte genau wissen, ob Arzneimittel sicher sind. Der Online-Kauf birgt Gefahren.

„Ab sofort profitieren Verbraucher von EU-weiten Regelungen für mehr Sicherheit“, verspricht das Dimdi – Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information. Ein gemeinsames europäisches Logo kennzeichnet jetzt zugelassene Händler. Mit einem Klick auf dieses Logo kann laut Dimdi jeder leicht prüfen, ob ein Anbieter von den zuständigen Kontrollbehörden erfasst und zum Arzneimittel-Versandhandel berechtigt ist.

Mit dem Logo auf der Homepage zeigt ein Versandhändler an, dass er nach dem jeweiligen nationalen Recht über das Internet Arzneimittel vertreiben darf, die zur Anwendung am Menschen bestimmt sind. Weil das Logo an sich aber nicht fälschungssicher ist, rät das Dimdi Verbrauchern zu der Devise „Klicken - Prüfen – Kaufen“.

Wer das Logo anklickt, ruft den zugehörigen Registereintrag mit den Angaben zum Versandhändler auf. Der Registereintrag enthält unter anderem die Kontaktdaten des Anbieters, aber auch die der zuständigen Überwachungsbehörde. Erst nachdem der korrekte Registereintrag aufgerufen wurde, sollte man bei einer Webseite Medikamente einkaufen. Denn alle zugelassenen Online-Apotheken und -Händler sind in den jeweiligen Registern der EU-Länder erfasst.

In Deutschland liegt dieses Register beim Dimdi, das dem Bundesgesundheitsministerium untersteht. Im neuen Versandhandels-Register listet das Dimdi rund 1000 Internetapotheken mit Sitz in Deutschland. Freiverkäufliche und nicht verschreibungspflichtige Medikamente dürfen in Deutschland aber nicht nur Apotheken, sondern auch andere Händler versenden. Das DIMDI führt für diese Händler eine zweite Liste. Bislang sind dort acht weitere Händler verzeichnet. Verbraucher können auch die vollständigen Listen des Dimdi zur Prüfung nutzen.

EU-Logo ist Pflicht für den Arzneimittel-Versandhandel

Das neue gemeinsame EU-Logo ersetzt das bisherige Sicherheitslogo des DIMDI. Das alte Logo war für die Apotheken noch freiwillig. Das neue EU-Logo ist Pflicht für alle Online-Apotheken und –Arzneimittelhändler. Sie müssen es künftig gut sichtbar auf ihren Webseiten anzeigen. Am Logo ist zugleich das Land erkennbar, in dem der Händler niedergelassen ist. Die entsprechende Flagge ist integriert und der Text in der jeweiligen Landessprache verfasst.

Damit will die EU dem wachsenden Risiko entgegenwirken, dass Verbraucher an gefälschte Medikamente geraten. Diese Gefahr ist laut Dimdi gerade im Internet hoch. Gefälschte Medikamente enthalten demnach oft keine oder falsch dosierte Wirkstoffe. Selbst gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe sind den Angaben zufolge nicht selten. In jedem Fall bergen Arzneimittelfälschungen hohe Risiken für die Anwender.

 

Sicherheit beim Medikamentenkauf im Internet: Vorsicht bei „Sonderangeboten“

Das Dimdi hat zusätzliche Ratschläge, wie illegale Anbieter leichter erkannt werden können. Zu Vorsicht rät die Behörde unter anderem, wenn verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Originalrezept erhältlich sind. Auch wenn ein sonstiger Versandhändler in Deutschland verschreibungspflichtige Arzneimittel anbietet, ist Misstrauen angebracht. Dasselbe gilt, wenn verschreibungspflichtige Arzneimittel abgebildet oder zu Sonderpreisen angeboten werden, da beides in Deutschland verboten ist, oder wenn die Preise der angebotenen Medikamente stark vom marktüblichen Preis abweichen. Weitere Hinweise auf zweifelhafte Angebote sind viele Schreibfehler auf der Homepage, Angebote wie Mengenrabatt oder Probepackungen und   das Fehlen eines Impressums auf der Webseite, das Inhaber, Adresse, zuständige Aufsichtsbehörde und zuständige Apothekerkammer nennt. Das Dimdi rät, auf keinen Fall Arzneimittel einzunehmen, die ohne Originalschachtel geliefert werden oder bei denen Packung oder Tabletten ungewöhnlich aussehen oder riechen.

Foto: grafikplusfoto

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arzneimittel

| Deutschland ist in Europa der größte Markt für Versandapotheken. 55 Prozent der hiesigen Internet-User haben schon einmal online rezeptfreie Medikamente oder andere Gesundheitsprodukte eingekauft. Das Bestellen im Internet ist besonders bequem, wenn man krank zu Hause liegt oder auf dem Land wohnt. Frei von Risiken ist es aber nicht.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die Regierungen der Welt sollten sich ernsthaft auf eine globale Pandemie vorbereiten, die zig Millionen Todesopfer fordern könnte. Das ist die Kernaussage eines Berichts von WHO und Weltbank. Doch offenbar sind die Vorsichtsmaßnahmen aktuell völlig unzureichend.
Alzheimer ist eine Erkrankung, die auch bei den Mitmenschen viele Unsicherheiten hervorruft. Oft wissen Angehörige oder Bekannte nicht, wie sie mit den Betroffenen umgehen sollen. Am Weltalzheimertag rufen Experten daher zu Verständnis und Toleranz gegenüber Alzheimer-Erkrankten auf.
Wenn Kinder unter Diabetes leiden, handelt es sich in der Regel um einen Diabetes Typ 1, obwohl auch der Typ 2 immer häufiger auftritt. Ein großes Problem ist, dass die ersten Symptome eines Diabetes Typ 1 oft nicht erkannt werden. Diabetologen fordern daher mehr Aufklärung bei den Eltern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.