. Krankenkassen investieren mehr in Prävention

Mehr als 203 Millionen Euro für Kurse zur Gesundheitsförderung

Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung und Raucherentwöhnung – das sind die Themen der Präventionsangebote der Krankenkassen. Das Angebot ist im vergangenen Jahr erneut gewachsen.
Nicht nur Sport ist Gesundheitsförderung

Die Krankenkassen fördern erneut mehr Sportkurse zur Prävention.

Mehr als 317 Millionen Euro haben die Krankenkassen im vergangenen Jahr insgesamt für Prävention ausgegeben. Das waren neun Prozent mehr als 2014. Über 203 Millionen Euro flossen allein in Kursangebote zur individuellen Gesundheitsförderung. Das waren rund fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Teilnahmezahlen bei Kursangeboten blieben dabei allerdings auf dem Vorjahresniveau von 1,7 Millionen.

Deutlich größere Steigerungen melden die Krankenkassen in ihrem aktuellen Präventionsbericht dagegen in den beiden anderen großen Bereichen der Gesundheitsförderung durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Viel mehr Gesundheitsförderung in Kitas, Schulen und Betrieben

In die Prävention in Lebenswelten, wie Wohngebieten, Kindertagesstätten und Schulen, haben die Kassen ganz im Sinn des Gesetzgebers gleich 20 Prozent mehr investiert als 2014. Mehr als 38 Millionen Euro flossen in lebensweltliche Präventionsprojekte. Mehr als vier von zehn Schulen und ein Viertel der Kitas, an denen die Krankenkassen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung angeboten haben, liegen in sozialen Brennpunkten. Die Maßnahmen haben dem Bericht zufolge insgesamt 2,5 Millionen Menschen erreicht.

Auch die betriebliche Gesundheitsförderung ist deutlich gewachsen. Die Kassenausgaben in diesem Bereich stiegen um zwölf Prozent auf mehr als 76 Millionen Euro. Die Mittel verteilten sich auf knapp 11.000 Betriebe und kamen dort rund 1,3 Millionen Menschen zugute. Die Gesundheitsförderung der Krankenkassen in Unternehmen beginnt und endet aber nicht mit dem Kalenderjahr. Durchschnittlich dauern die Maßnahmen zweieinhalb Jahre.

Um Arbeitslose besser zu erreichen kooperieren die Krankenkassen ab Dezember mit Jobcentern und Arbeitsagenturen. "Uns eint das Ziel, die Lebensqualität für Arbeitslose zu verbessern und den sich leider zu häufig ergebenden Kreislauf zwischen Arbeitslosigkeit und Krankheit aufzubrechen“, so Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes.

Prävention als Querschnittsaufgabe

„Die gesetzlichen Krankenkassen investieren seit Jahren viel Arbeit und nicht zuletzt auch immer mehr Geld in den Ausbau der präventiven Maßnahmen für ihre Versicherten. Dieses Engagement werden wir insbesondere in der lebensweltbezogenen und der betrieblichen Gesundheitsförderung massiv verstärken“, kündigte Kiefer an. Die systematische Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung sei allerdings eine Gemeinschaftsaufgabe. „Einbringen müssen sich dabei die Verantwortlichen auf allen gesellschaftlichen Ebenen“, forderte Kiefer. Umwelt, Verkehr, Bildung, Arbeitsmarkt würden ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes (MDS), der den Präventionsbericht der GKV mitherausgibt, ist deshalb überzeugt, dass es wichtig ist, auch andere Präventionsbereiche transparent darzustellen. „Mit Einführung der Nationalen Präventionskonferenz wird es 2019 erstmals einen übergreifenden Präventionsbericht geben, der Transparenz auch über die Leistungen anderer Träger herstellen wird“, kündigte Pick an.

Foto: Kzenon - Fotolia

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