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14.06.2017

Magenbypass: Mit den Pfunden schwindet auch der Diabetes

Wenn alle Abnehmversuche scheitern, bleibt stark Übergewichtigen eine letzte Option: der chirurgische Magenbypass oder die Magenverkleinerung. Durch den Eingriff lässt sich auch der Typ II Diabetes gleich mitbehandeln.
Ein Magenbypass gilt als die effektivste Maßnahme bei starkem Übergewicht. Mit dem Eingriff wird oftmals auch Diabetes geheilt

Ein Magenbypass gilt als die effektivste Maßnahme bei starkem Übergewicht. Mit dem Eingriff wird oftmals auch Diabetes geheilt

Weniger essen, mehr bewegen - wie oft haben Übergewichtige das schon gehört. Und wie oft sind Diätversuche schon gescheitert. Zwar verlieren viele durch Diäten enorm an Gewicht. Das Halten des Gewichts ist jedoch das eigentliche Problem. Stichwort Jo-Jo-Effekt.

Von Patienten, die ihren Lebensstil ändern, weiß man, dass sie im ersten halben Jahr etwa zehn Prozent ihres Körpergewichtes verlieren und dann in den folgenden sechs Monaten wieder zunehmen. Unterm Strich bleibt nach einem Jahr ein Gewichtsverlust von gerade mal zwei Prozent. Das entspricht bei 150 Kilo Ausgangsgewicht, gerade mal drei Kilos. Der Effekt dürfte kaum sichtbar sein. Auch ein gesundheitlicher Vorteil ist nicht zu erwarten. Fettleibige leiden häufiger an Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Depressionen, Gelenkerkrankungen, obstruktiver Schlafapnoe und einigen Krebsarten. Zudem sterben sie früher. Bei einem BMI von über 40 sind es zwölf Jahre.

Magenbypass ist der Goldene Standard

In Deutschland raten Ärzte ihren sehr fettleibigen Patienten daher immer häufiger zu einer Operation. Als Goldener Standard gilt der Magenbypass; eine Magenverkleinerung bzw. ein Schlauchmagen ist aber ebenso im Kommen, weil der Eingriff einfacher durchzuführen ist.

Studien zeigen, dass die Adipositaschirurgie konservativen Methoden, also Lebensstiländerungen oder Tabletten, deutlich überlegen ist. „Nur von der bariatrischen Chirurgie, also der Magenverkleinerung, dem Magenband oder dem Magenbypass, wissen wir derzeit verlässlich, dass das Gewicht dauerhaft reduziert werden kann“, betont Prof. Matthias Blüher, Leiter der Adipositas-Ambulanz an der Universitätsmedizin Leipzig. Zu einem langfristigen Therapieerfolg gehöre allerdings auch ein multimodales Therapiekonzept zur optimalen Vorbereitung und eine strukturierte Langzeitnachsorge, fügt er hinzu.

 

Hormonumstellung reduziert das Hungergefühl

Der Erfolg der Adipositaschirurgie beruht einmal auf dem Umstand, dass der Magen nicht mehr so viel Nahrung aufnehmen kann. Zum anderen kommt es zu einer Hormonumstellung im Körper. Die Patienten haben schlichtweg weniger Hunger. Weil sich der gesamte Stoffwechsel umstellt, spricht man auch von metabolischer Chirurgie.

Die hormonelle Umstellung des Körpers hat aber noch einen weiteren Nebeneffekt: der Blutzuckerspiegel normalisiert sich. Da Übergewicht und Diabetes vom Typ II Hand in Hand gehen, machen sich immer mehr Diabetologen den Effekt zu Nutze. Ärzte berichten, der Blutzuckerspiegel sinke gleich unmittelbar nach der Operation.

Auch am Diabeteszentrum der DRK Kliniken Berlin Mitte setzt man auf die Adipositaschirurgie als letzte Behandlungsoption. „Wenn alle Abnehmversuche über die Jahre scheitern, ziehen wir eine operative Behandlung des krankhaften Übergewichts durch Verkleinerung des Magens oder Ausschaltung von Dünndarmanteilen in Betracht“, sagt Zentrumsleiterin Dr. Sybille Wunderlich. Diese bariatrischen Operationen werden im Adipositaszentrum der DRK Kliniken am Standort Köpenick durchgeführt, und führen fast laut Wunderlich immer zu einer Gewichtsreduktion. Viele Patienten müssten anschließend kein Insulin mehr spritzen.

Foto:  © relif - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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