. Stammzellen

Lungenfibrose: Mit Organoiden zur personalisierten Therapie

Amerikanische Forscher haben ein dreidimensionales Lungengewebe aus Stammzellen hergestellt. An dem Organoid sollen Lungenerkrankungen wie die idiopathische Lungenfibrose erforscht werden und Patienten eine Chance auf eine personalisierte Therapie bekommen.
Das neue Lungen-Organoid eignet sich zur Erforschung der Lungenfibrose

Das neue Lungen-Organoid eignet sich zur Erforschung der Lungenfibrose

Forschern der University of California (UCLA) ist es gelungen, eine dreidimensionale Lunge mit Hilfe von menschlichen Stammzellen herzustellen. Als Basis dienten gelartige Perlen, die mit Stammzellen überzogen wurden, so dass Lungenbläschen ihre typische Form erhielten. Das Organoid ist zwar noch keine voll funktionsfähige Lunge, aber es kann zur Erforschung diverser Lungenerkrankungen dienen. Das berichtet das Team um Dr. Brigitte Gomperts im Journal „Stem Cells Translational Medicine“.

Lungenfibrose im Visiser

An dem Lungengewebe wollen die Forscher unter anderem die idiopathische Lungenfibrose erforschen. Bei dieser Erkrankung vernarbt das Lungengewebe und wird dadurch extrem unelastisch. In der Folge werden die Patienten kurzatmig und Gehirn und Organe mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Die Prognose ist schlecht: Nach der Diagnose leben die meisten Patienten nur noch drei bis fünf Jahre. Obwohl die Ursachen für die Lungenfibrose noch nicht vollständig erforscht sind, gehen Wissenschaftler von einer genetischen Veranlagung aus. Außerdem gelten Rauchen und Schadstoffe in der Luft als Risikofaktoren.

Die idiopathische Lungenfibrose ist mit konventionellen Methoden bisher nur schwer zu untersuchen. Alle Versuche mit zwei-dimensionalen Zellkulturen hätten bisher zu keinen Ergebnissen geführt, da sich kranke Zellen im Modell nicht mehr von gesunden unterschieden, berichten die Autoren. „Die charakteristische Vernarbung der Lungen konnte einfach nicht nachgebildet werden.“

 

3-D-Organoide erlauben personalisierte Therapien

Anders das neue 3-D-Organoid: Als die Forscher bestimmte molekulare Faktoren zu den hergestellten Strukturen hinzufügten, entwickelten die Lungen fibrotische Narben. „Wir werden in der Lage sein, die Biologie diverse Lungenerkrankungen einschließlich der idiopathischen pulmonalen Fibrose zu studieren und neue Therapien zu testen“, so Gomperts. Durch Verwendung patienteneigener Zellen werden die Forscher künftig auch Einzelfälle untersuchen können. Die Zellen werden dann im Labor zu Stammzellen verwandelt, die sich in den 3-D-Zellkuturen zu kleinen Organoiden entwickeln. „Weil die Herstellung der Mini-Organoide recht simpel ist, können wir zahlreiche Medikamente testen“, sagt Gomperts. „Das ist die Basis für Präzisionsmedizin und personalisierte Behandlung.“

Foto: © BillionPhotos.com - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Lungenerkrankungen , Lunge , Stammzellen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenerkrankungen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wer unter Diabetes leidet und sich mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, hat ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft gibt nun Ärzten Empfehlungen, worauf in diesem Fall zu achten ist.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.