. Demographischer Wandel

Lungenerkrankungen nehmen im Alter zu

Lungenerkrankungen treten im höheren Lebensalter gehäuft auf. Da die Menschen in Deutschland aber immer älter werden, ist auch eine Zunahme von Erkrankungen der Atemwege zu erwarten. Prognosen sagen daher einen dramatischen Anstieg von Lungenerkrankungen voraus.
Mehr Lungenerkrankungen im Alter

Lungenerkrankungen nehmen mit steigendem Alter zu

Aufgrund der Alterung der Bevölkerung in Deutschland gehen Experten von einer Zunahme von Erkrankungen der Atemwege wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), dem Lungenkrebs und der Lungenentzündung (Pneumonie) aus. So wird nach Angaben des Fritz-Beske-Instituts für Gesundheits-System-Forschung bis zum Jahr 2050 ein Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen für COPD um 23 Prozent, für Lungenkrebs um 26 Prozent und für ambulant erworbene Lungenentzündungen sogar um 149 Prozent erwartet.

Besonders Lungenentzündungen und COPD sind Erkrankungen, die meistens im höheren Lebensalter auftauchen und daher in den nächsten Jahren vermutlich stark ansteigen werden. Schon heute leiden in Europa und Nordamerika etwa zehn Prozent der Erwachsenen an einer COPD; die Dunkelziffer liegt allerdings noch höher. Weltweit ist COPD bereits jetzt die vierthäufigste Todesursache. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sie bis zum Jahr 2030 sogar auf den dritten Platz der Todesursachenstatistik vorrücken.

Rauchen ist Hauptrisikofaktor für COPD

COPD geht mit einer Verengung der Atemwege einher, die im weiteren Verlauf fortschreitet. Meist entsteht COPD als Folge anderer Atemwegserkrankungen. Bis heute ist die Krankheit nicht heilbar. Medikamente können allerdings die Beschwerden lindern und eine Progression verhindern. Die Ursache für COPD ist meist eine über einen langen Zeitraum andauernde Belastung der Lunge mit Schadstoffen. Der größte Risikofaktor ist das Rauchen oder das Passivrauchen.

Lungenkrebs taucht ebenfalls meistens in einem höheren Lebensalter auf. Rund 50.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Lungenkrebs, 40.000 sterben daran. In vielen Fällen wird die Erkrankung erst spät entdeckt, da sie anfangs oft keine Beschwerden verursacht. Lungenkrebs ist bei Männern die am häufigsten zum Tode führende Krebsart, bei Frauen (nach Brustkrebs) die zweithäufigste. Allerdings nimmt die Rate der Neuerkrankungen und der Todesfälle durch Lungenkrebs bei Frauen seit einigen Jahren deutlich zu.

Lungenerkrankungen nicht genug beachtet

Andere Lungenerkrankungen, wie beispielsweise die Tuberkulose (TBC), nehmen seit einigen Jahren ab. Allerdings wächst die Zahl der resistenten Formen, die meist durch die falsche Anwendung von Antibiotika entstehen. In Deutschland spielt die Tuberkulose zwar eher eine untergeordnete Rolle, aber immerhin erkranken hierzulande jedes Jahr noch rund 4.000 Menschen daran, etwa 160 TBC-Patienten sterben.

Obwohl Lungen- und Atemwegserkrankungen zu einer Volkskrankheit geworden sind, ist den wenigsten Menschen die Bedeutung dieser Krankheiten bewusst. Mediziner fordern daher ein Umdenken. Denn gerade der Früherkennung und der Prävention von Lungenerkrankungen kommt eine große Bedeutung zu, da sie sich oft erst dann bemerkbar machen, wenn es für eine effektive Therapie (fast) zu spät ist.

Foto: © Glenda Powers - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenerkrankungen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Lärm wird immer mehr als Gesundheitsgefahr wahrgenommen. Dennoch kommt der Lärmschutz – auch in Betrieben – offenbar häufig noch zu kurz. Der Tag gegen den Lärm will auf diesen Umstand aufmerksam machen und die Bevölkerung über Lärmschutzmaßnahmen aufklären.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Maritim proArte Hotel Berlin, Friedrichstraße 150-153, 10117 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.