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17.11.2018

Lungenentzündung kann ohne Impfung tödlich sein

Mit dem Alter altert auch das Immunsystem. Ab dem 60. Lebensjahr wächst deshalb unter anderem die Gefahr, eine bakterielle Lungenentzündung zu bekommen. Die verläuft in jedem zehnten Fall tödlich – dabei lässt sich das Risiko durch eine Impfung gegen Pneumokokken deutlich senken.
Lungenentzündung Pneumokokken Grafik

Über Grippeimpfungen wird jeden Winter heiß diskutiert. Darüber vergessen wird häufig eine nicht minder wichtige Impfung: die gegen bakterielle Lungenentzündung.

Wer in der kalten Jahreszeit eine Erkältung oder eine Grippe überstanden hat, freut sich, über den Berg zu sein. Doch zumindest bei älteren Menschen ist es für eine Entwarnung dann immer noch zu früh: Ihr Immunsystem ist schließlich durch die Viruserkrankungen angegriffen. Gerade Patienten über 60 laufen in diesem Zustand einer geschwächten Abwehrlage Gefahr, außerdem an einer Lungenentzündung zu erkranken – verursacht durch Pneumokokken. „Nicht selten nimmt eine Infektion mit Pneumokokken einen schweren Verlauf“, warnen jetzt Gesundheitsexperten der Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU). „Jeder zehnte Betroffene stirbt an den Folgen.“

Besonders in Gefahr: Diabetes-, Herz- und Lungenkranke

Anfällig für eine bakterielle Lungenentzündung sind laut BKK VBU neben Erkältungs- und Grippepatienten auch solche, die an chronischen Erkrankungen des Herzens oder der Lunge leiden. Auch Diabetes und bestimmte neurologische Krankheiten erhöhen das Risiko, sich mit Pneumokokken zu infizieren. Bakterielle Infekte lassen sich zwar grundsätzlich mit Antibiotika behandeln. Weil aber immer mehr Erreger Resistenzen entwickeln und Antibiotika damit wirkungslos machen können, gewinnt der vorbeugende Impfschutz zunehmend an Bedeutung.

 

Impfstoff schützt vor den 23 häufigsten Pneumokokken-Typen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät allen Erwachsenen ab einem Alter von 60 Jahren zu einer Impfung gegen Pneumokokken. Der Impfstoff PPSV23, der aus Zuckern der Bakterienhülle hergestellt wird, schützt vor 23 der häufigsten Pneumokokken-Typen. Die Ständige Impfkommission ist eine derzeit 18-köpfige Expertengruppe, die beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin angesiedelt ist. Sie tagt zweimal im Jahr, um sich mit den gesundheitspolitisch wichtigen Fragen zu Schutzimpfungen und Infektionskrankheiten in Forschung und Praxis zu beschäftigen und entsprechende Empfehlungen auszusprechen. Hierzu zählt auch, den jeweils gültigen Impfkalender herauszugeben. Im vergangenen Winter aktualisierte die Stiko unter anderem ihre Empfehlungen zur Vorbeugung gegen Grippe und empfahl erstmals einen Vierfach-Impfstoff.

Tückisch an Pneumokokken: Auch Gesunde können Erreger übertragen

Pneumokokken sind Bakterien aus der Familie der Streptokokken. Sie können verschiedene Erkrankungen auslösen, darunter Nasennebenhöhlen-, Mittelohr- oder Hirnhautentzündungen sowie Blutvergiftungen. Experten schätzen, dass 20 bis 50 Prozent aller durch Bakterien verursachten Lungenentzündungen auf Pneumokokken zurückzuführen sind. Diese Bakterienart siedelt sich im Nasen-Rachen-Raum an und wird beim Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch übertragen. „Tückisch ist, dass auch Gesunde den Erreger weitergeben“, heißt es in einer Mitteilung der BKK VBU weiter. Jeder – selbst der nicht daran Erkrankte – könne zum "Wirt", also zum Überträger, dieser Infektionskrankheit werden – und damit unbewusst und unfreiwillig zu einer Ansteckungsgefahr für andere. Eine Impfung ist demnach praktisch die einzige medizinische Option, einer Pneumokokken-Infektion wirksam vorzubeugen.

Foto: Fotolia.com/Kateryna_Kon

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Hauptkategorie: Medizin
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