Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Lücke zwischen Pflegekosten und Eigenanteil wird immer größer

Freitag, 27. Dezember 2013 – Autor: Michael Schulz
Die Pflegebedürftigen müssen immer mehr Geld aus der eigenen Tasche für ihre Pflege bezahlen. Das ist ein Ergebnis des in der letzten Woche vorgestellten Barmer GEK Pflegereports 2013. Ein weiteres Fazit: Die professionelle ambulante Pflege gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Barmer Pflegereport: Ambulant vor stationär zeigt Wirkung

Barmer Pflegereport: Ambulant vor stationär zeigt Wirkung

„Wir brauchen eine spürbare Dynamisierung der Leistungen der Pflegeversicherung unabhängig von der Kassenlage.“ Das sagte Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, bei der Vorstellung des Pflegereports 2013 seines Hauses. Unterbleibe diese, steigen die finanziellen Eigenanteile der Pflegebedürftigen weiter an.

So standen im Jahr 2011 Versicherungsleistungen in der stationären Pflege von 1.023 Euro in Pflegestufe I einem Eigenanteil der Pflegebedürftigen von insgesamt 1.380 Euro gegenüber. 2009 hatte der Eigenanteil durchschnittlich 1.351 Euro betragen. Deutlich höher fallen die Eigenanteile mit 1.802 Euro in der Pflegestufe III aus (2009: 1.791 Euro). 

Pflegeversicherung: Bei stationärer Pflege reichen die Leistungen nicht für die Pflegekosten aus

Dies gilt auch bei den rein pflegebedingten Kosten, die zusammen mit den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie den Investitionskosten das Gesamtheimentgelt bei stationärer Pflege ergeben. Ursprünglich sollten die Pflegekosten vollständig von der Pflegeversicherung übernommen werden. „Hier sollte eigentlich eine Null stehen“, macht denn auch Prof. Dr. Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen als Mitautor des Pflegereports deutlich. Stattdessen betragen die Eigenanteile der Pflegebedürftigen an den Pflegekosten je nach Pflegestufe zwischen monatlich 346 Euro und 768 Euro. „Damit wird die Pflegeversicherung ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht“, mahnt Rothgang.

 

Pflegebedürftige fragen immer mehr professionelle ambulante Pflegeleistungen nach

„Die professionelle ambulante Pflege boomt und das ist ein eindeutiger Trend“, stellt Schlenker die Bedeutung der ambulanten Pflegedienste hervor. Diese haben 2012 fast 23 Prozent der pflegbedürftigen Menschen betreut. „Das sind so viele Menschen wie nie zuvor.“

Dagegen stagniert der Anteil der Heimpflege in den letzten Jahren und sank leicht auf 28,8 Prozent. Deutlich mache sich dies auch in den Personalkapazitäten zwischen 1999 und 2011, zeigt der Report. In der ambulanten Pflege seien diese um 64 Prozent schneller gewachsen als die Zahl der Betten in Pflegeheimen. Diese sind um 36 Prozent gestiegen. Rothgang: "Der Grundsatz ‚ambulant vor stationär’ zeigt Wirkung".

Foto: Michael Schulz

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Pflege , Pflegekosten , Ambulante Pflege , Stationäre Pflege
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pflegekosten

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Damit eine Sonnenbrille nicht trügerische Sicherheit vorgaukelt, sondern unsere empfindlichen Augen vor aggressiver UV-Strahlung wirksam schützt, muss sie bestimmte Mindeststandards erfüllen. Der UV-Schutz bis 400 Nanometer ist nur einer davon.


Innenstädte leiden besonders unter Hitzewellen. Was Grünflächen leisten können, um die Temperaturen zu drücken, haben jetzt Forscher der TU München untersucht. Demnach kommt es neben dem Anteil der Vegetation auch auf die Art der Bepflanzung an.
 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin