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Long-Covid-Symptome fallen bei Omikron milder aus

Montag, 7. November 2022 – Autor:
Eine dänische Studie untersuchte das Auftreten von Long-Covid während der Omikron-Welle. Es gab etwas seltener persistierende Symptome als nach einer Infektion mit der Delta-Variante. Auch schien die dritte Impfung Schutz zu bieten.
Langzeitfolgen nach der Covid-19-Infektion fielen in der Omikron-Welle milder aus

– Foto: Adobe Stock/MB.Photostock

Die Omikron-Variante des SARS-CoV-2-Virus hatte bei der geimpften Bevölkerung weniger schwere Symptome hervorgerufen, zeichnete sich aber durch eine höhere Übertragbarkeit und mehr Durchbruchs-Infektionen aus.

Forscher des Statens Serum Institut in Kopenhagen untersuchten das Auftreten von Long-Covid während der Omikron-Welle. Ein Ergebnis: Während die Omikron-Variante grassierte, wurde mildere postakute Symptome berichtet als während der Delta-Welle. Auch die dritte Impfung schien einen gewissen Schutz zu bieten.

Symptome vier Monate nach positivem Test erfasst

Die Untersuchung erschien auf dem Preprint-Server medRxiv. Die Daten stammten aus einer landesweiten Fragebogen-Aktion, um das Risiko von 26 postakuten Symptomen nach einer Durchbruchinfektion mit der Omikron-Variante zu bewerten. Und zwar vier Monate nach einem Covid-19-positiven Test. Die Teilnehmer waren mindestens 15 Jahre alt.

34.616 Teilnehmer wurden aus der Omikron-Phase rekrutiert, 9.388 SARS-CoV-2-positive Personen wurden aus der Delta-Phase rekrutiert. Die mit Omikron infizierten Fälle wurden mit negativ getesteten Kontrollen und Delta-positiven Fällen verglichen.

 

Fatigue, Erschöpfung, Gedächtnisstörungen, Atemnot

Vier Monate nach der Infektion litten auch die während der Omikron-Welle infizierten noch an postakuten Symptomen wie Fatigue, Erschöpfung, Gedächtnisstörungen und Kurzatmigkeit. Die Probanden aus der Omikron-Welle hatten aber insgesamt ein niedrigeres Risiko für acht von 18 definierten Long-Covid-Symptomen. Das Risiko für Geruchsstörungen und Geschmacksstörungen war in der Omikron-Welle geringer (minus 15 Prozent, minus 12 Prozent) als in der Delta-Welle.

Es wurde eine reduzierte Risikorate für 13 von 26 Symptomen bei Covid-19-positiven Personen dokumentiert, die eine dritte Impfstoff-Dosis während der Omikron-Welle erhalten hatten im Vergleich zu denen, die nur zwei Impfdosen erhielten. Sie hatten auch eine geringere Wahrscheinlichkeit, nach einer Infektion während der Omikron-Welle an Depression oder Angst zu leiden.

Es traten auch Symptome neu auf

Während der Omikron-Welle zeigten 38,1 Prozent der Fälle das neue Auftreten von mindestens einem postakuten Symptom. Die Prävalenz betrug während der Delta-Periode 42,3 Prozent. Das Risiko für Gedächtnisprobleme war am höchsten, gefolgt von geistiger Erschöpfung, Konzentrationsproblemen, körperlicher Erschöpfung und Schlafstörungen.

Die Risikorate für diese neu auftretenen postakuten Symptome war bei Omikron-Fällen niedriger als bei Delta-Fällen und bei dreimal geimpften niedriger als bei zweimal geimpften.

Long-Covid-Symptome fallen bei Omikron milder aus

Positive Fälle aus der Omikron-Phase wiesen 12 Prozent seltener postakute körperliche Symptome auf als diejenigen aus der Delta-Phase. Diejenigen, die drei Impfdosen erhielten, zeigten eine um 9 Prozent geringere Häufigkeit von postakuten körperlichen Symptomen als diejenigen, die mit zwei Dosen geimpft wurden.

Fazit: Die Omikron-Variante löst mildere postakute Symptome aus. Die dritte Impfdosis (Auffrischimpfung) reduziert ebenfalls die Häufigkeit von postakuten Symptomen und neu auftretenden Gesundheitsproblemen vier Monate nach einer Durchbruchsinfektion.

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