. Welt-Lepratag 2015

Lepra- die vergessene Krankheit

Mit dem Welt-Lepratag am 25. Januar wird an eine fast vergessene Krankheit erinnert: Lepra gibt es nämlich immer noch und es trifft immer die Ärmsten. Rund 200.000 Menschen erkranken jedes Jahr an der chronischen Infektionskrankheit.
Lepra - die vergessene Krankheit

Lepra ist in vielen Ländern noch gegenwärtig: Jeder elfte Betroffene ist ein Kind

Lepra ist mit Antibiotika behandelbar und deshalb in Ländern mit entwickelter Gesundheitsversorgung verschwunden. Anders in Ländern der dritten und zweiten Welt wie Indien, Brasilien, Indonesien. Hier treten jedes Jahr zahlreiche Neuerkrankungen auf. Rund 200.000 sind es weltweit. Obwohl die Neuinfektionen in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sind, hat die Weltgesundheitsorganisation nicht ihr Ziel erreicht, Lepra auszurotten. Weil die Krankheit hierzulande aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist, weisen Gesundheitsorganisationen und das Robert-Koch-Institut (RKI) auf den Welt-Lepratag am 25. Januar hin.

Welt-Lepratag weist auf soziale Ausgrenzung hin

Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI heißt es, Lepra sei immer noch eine Herausforderung. Die globalen Bemühungen zur Eindämmung der Lepra dürften daher nicht nachlassen. Besonders gravierend für die Betroffenen seien soziale Probleme. Es komme immer noch vor, dass Erkrankte in ihrem gesellschaftlichen Umfeld ausgegrenzt werden, schreibt RKI-Autor Roland Grunow. Das Jahrtausende alte Stigma des „Aussatzes“ bestehe immer noch.

Eine der ältesten Krankheiten der Welt

Lepra ist eine der ältesten bekannten Krankheiten und wurde schon in der Bibel beschrieben. Die einst als „Aussatz“ bezeichnete Erkrankung befällt hauptsächlich die Haut und die peripheren Nerven. Die chronische Infektion wird durch das Stäbchenbakterium Mycobacterium leprae hervorgerufen, das viele Eigenschaften mit anderen Mykobakterien, etwa dem Erreger der Tuberkulose, Mycobacterium tuberculosis, gemeinsam hat. Die Inkubationszeit liegt bei Monaten zum Teil aber auch bei Jahren. Für die Übertragung des Erregers bedarf es eines langfristigen Kontakts mit einem Infizierten. Als Übertragungsweg wird die Tröpfcheninfektion vermutet. Bei mehr als jedem zehnten wird die Krankheit so spät entdeckt, dass bleibende körperliche Schäden zurückbleiben. Bei einer frühen Behandlung mit Antibiotika ist Lepra jedoch vollständig heilbar.

Nach Informationen des Robert Koch-Instituts wird die Erkrankung gelegentlich auch nach Deutschland importiert. 2012 meldete das RKI sechs importierte Fälle.

Foto: © dr322 - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Robert Koch-Institut

Weitere Nachrichten zum Thema Ebola

| Der Ursprung der akuten Ebola-Epidemie scheint aufgeklärt. Ein zweijähriger Junge aus Guinea soll sich vor gut einem Jahr beim Spielen in einem hohlen Baum an Fledermaus-Exkrementen angesteckt haben. An der Detektivarbeit waren auch deutsche Wissenschaftler beteiligt.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KommRum e.V., Schnackenburgstr. 4, 12159 Berlin-Friedenau
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.