. Jahrbuch Sucht vorgestellt:

Legale Drogen: garantiert gefährlich!

Die Risiken legaler Suchtmittel wie Alkohol oder Tabak werden immer noch nicht ernst genug genommen. Darauf weist die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. anlässlich der Vorstellung des „Jahrbuches Sucht 2014“ hin.

Ein Gläschen in Ehren? So bitte nicht!

„Wer seiner Gesundheit schaden will, ist mit legalen Suchtmitteln gut bedient“, schreiben die Verantwortlichen in einer Pressemitteilung und ergänzen: „Alle sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak.“ Das seien 74.000 Menschen pro Jahr – so viele, wie ins Berliner Olympiastadion passen. An den Folgen des Rauchens alleine sterben laut Jahrbuch Sucht zwischen 100.000 und 120.000 Menschen pro Jahr in Deutschland. Alkohol und Tabak gefährdeten die Gesundheit „vom Scheitel bis zu Sohle“. Etwa 200 Erkrankungen und 80 Arten von Unfällen seien hingen mit dem Konsum der legalen Suchtmittel zusammen, so die Hauptstelle für Suchtfragen. 

Risiken der legalen Drogen werden immer noch gekonnt ausgeblendet!

Tabak sei nach wie vor die Ursache Nummer eins für „vorzeitiges“ Sterben – auf Platz drei folge der Alkoholkonsum – und auch Bluthochdruck, der auf Platz zwei steht, sei eng mit dem Konsum der beiden Drogen verbunden. 

Die Verantwortlichen kritisieren, „dass die Risiken gekonnt ausgeblendet“ werden. Immer noch würde mit den legalen Drogen Alkohol und Tabak zu lax umgegangen: „2013 trank jeder Deutsche 9,5 Liter Reinalkohol – nur geringfügig weniger als 2012“, heißt es in der Pressemitteilung. Damit liege Deutschland auf Platz fünf unter 34 OECD-Staaten. Nur in Luxemburg, Frankreich, Österreich und Estland werden mehr getrunken als hierzulande.  „Dagegen geben die Daten zum Tabakkonsum verhaltenen Grund zur Hoffnung“, heißt es weiter: Der Anteil der Raucher in Deutschland gehe stetig zurück – jedoch rauchten immer noch 34 Prozent der Männer im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Bei den Frauen sind es immerhin noch 26 Prozent. 

Hauptstelle für Suchtfragen fordert eine wirkungsvollere Prävention

Die Hauptstelle für Suchfragen sieht ein einfaches Mittel gegen den immer noch hohen Konsum von Alkohol: mehr, frühere und wirkungsvollere Prävention. Dazu zählten ähnlich der Internationalen Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle „eine Preisanhebung durch Steuererhöhungen, die zeitliche Begrenzung des Verkaufs, eine effektive gesetzliche Regulierung der Werbung , Zufallskontrollen im Straßenverkehr sowie Maßnahmen zur Früherkennung und Frühinterventionen in der Gesundheitsversorgung.“  Mehr Zahlen und Daten aus dem Jahrbuch Sucht gibt es unter www.dhs.de.

Foto: © Gerhard Seybert - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Sucht, Drogen, Prävention

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.