. Alzheimer

Lebensstil hat Einfluss auf Alzheimer-Risiko

Änderungen im Lebensstil könnten das Risiko mindern, an Alzheimer zu erkranken. Das legt eine Studie nahe, die Wissenschaftler des Netzwerks AlternsfoRschung der Universität Heidelberg jetzt veröffentlichten.
Was fürs Herz gesund ist, ist auch fürs Hirn gut

Ein gesunder Lebensstil kann das Alzheimer-Risiko senken

Danach könnten Menschen, die als Träger der Genvariante ApoE4 ein erhöhtes Alzheimer-Risiko haben, mit einer Senkung des Cholesterinspiegels ihr erhöhtes Risiko für kognitive Einschränkungen reduzieren, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Den Alzheimer-Risikofaktor ApoE4 tragen in Deutschland etwa 20 Prozent der Bevölkerung.

In der von Prof. Hermann Brenner am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) geleiteten Untersuchung, die in der Zeitschrift Dementia and Geriatric Cognitive Disorders erschien, werteten Dr. Laura Perna und Dr. Ute Mons zwei DKFZ-Studien an älteren Erwachsenen aus. Bei denen wurden Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit geprüft, Blutproben genommen und medizinische Daten erhoben. An der Esther-Studie waren 1.434 Menschen über 70 Jahren beteiligt, an der Karola-Studie 366 Teilnehmer über 50.

Cholesterinspiegel: Lebensstil hat Einfluss auf Alzheimer-Risiko

Ergebnis: Der Zusammenhang zwischen dem ApoE4-Risikofaktor und kognitiven Einschränkungen, vor allem der Gedächtnisleistung, war bei denjenigen Teilnehmern am stärksten, die einen hohen Cholesterinspiegel aufwiesen und unter Herzerkrankungen litten.

„Eine mögliche Erklärung für die Ergebnisse könnte sein, dass das Gehirn besonders sensibel auf die Effekte von ApoE4 reagiert, wenn es bereits durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen erhöhten Cholesterinspiegel vorgeschädigt ist“, erklärt Laura Perna.

 

Hoher LDL-Cholesterinspiegel erhöht Risiko für Demenz

Die ApoE4-Genvariante werde auch mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose in Verbindung gebracht. Arteriosklerose, bei der es zu einer Verengung der Arterien durch Fettablagerungen kommt, kann zu schweren Herzerkrankungen führen, begünstigt aber auch die Entwicklung von Demenz.

Sie wird wahrscheinlich durch einen erhöhten Spiegel des „schlechten Cholesterins“ LDL-Cholesterin im Blut verursacht, der insbesondere bei ApoE4-Trägern oftmals auftritt. Ein hoher Cholesterinspiegel wiederum gilt als eigenständiger Risikofaktor für Alzheimer.

ApoE steht für Apolipoprotein E, ein Eiweiß, das unter anderen Cholesterin zu Nervenzellen transportiert, die dieses für den Signalaustausch benötigen. Vom ApoE-Gen, das den Bauplan für das ApoE-Protein enthält, gibt es drei unterschiedliche Genvarianten, darunter die E4-Variante.

Mit Bewegung und Ernährung erhöhten Cholesterinspiegel vermeiden

„Sowohl ein erhöhter Cholesterinspiegel als auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind potenziell vermeidbar, und ein erhöhter Cholesterinspiegel lässt sich in vielen Fällen mit einem gesunden Ernährungs- und Lebensstil senken“, erklärt Prof. Brenner.

Regelmäßige Bewegung und eine vollwertige Kost, die reichlich Gemüse und Obst und wenig tierische Fette enthält, helfen dabei, einen hohen Cholesterinspiegel zu vermeiden. „Was für die Herzgesundheit gut ist, ist auch für Gehirn und Gedächtnis gut. Das scheint bei Trägern des ApoE4-Risikofaktors besonders wichtig zu sein.“

Foto: jd-photodesign

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

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