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16.05.2019

Lebensmittel-Farbstoff E171 wirkt schädlich auf Darm-Mikrobiom

Ein gängiger Lebensmittel-Farbstoff wirkt schädlich auf das Darm-Mikrobiom. Es handelt sich um Titandioxid-Nanopartikel E171, die als Weißmacher verwendet werden und in Backwaren, Kaugummi und Zahnpasta vorkommen.
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Der in Kaugummis verwendetet Weißmacher E171 könnte der Darmflora schaden

Ein gängiger Lebensmittel-Farbstoff wirkt schädlich auf die Darmflora, das meinen Forscher der Universität Sydney, die mit ihrer aktuellen Studie vorangegangene Untersuchungen bestätigten.

Titandioxid-Nanopartikel E171 werden als Weißmacher verwendet und kommen in hunderten von Lebensmitteln vor, darunter im Zuckerguss von Backwaren, in Süßigkeiten wie Marshmallows und Kaugummis, in Mozzarella-Käse sowie in Zahnpasta. Auch bei Arzneimitteln wird der Zusatzstoff verwendet, etwa bei der Glasur von Dragees.

Bildung eines Biofilms und Zunahme von Entzündungsmarkern

Für die im Fachmagazin Frontiers in Nutrition veröffentlichte Studie wurde an Mäusen getestet, welche Auswirkungen der tägliche Verzehr von E171 auf das Darm-Mikrobiom hat. Ergebnis: Titandioxid-Nanopartikel veränderten zwar nicht die Zusammensetzung des Mikrobioms, sie beeinflussten aber die Bakterienaktivität.

So förderten sie die Bildung eines Biofilms. Biofilme sind Bakterien, die aneinander haften. Zugleich war die Schleimschicht, die die Darmwand auskleidet und eine wirksame physikalische Barriere gegen die Anlagerung von Bakterien darstellt, beeinträchtigt. Auch die Werte bestimmter Entzündungsmarker waren erhöht.

 

Lebensmittel-Farbstoff wirkt schädlich auf das Darm-Mikrobiom

All diese Faktoren stehen im Zusammenhang mit entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie auch mit Darmkrebs, erläutert Co-Autor Prof. Laurence Macia in einer Pressemitteilung. Der Lebensmittel-Farbstoff E171 wirkt folglich schädlich auf das Darm-Mikrobiom .

Die Effekt traten bereits nach 30 Tagen auf. Die Veränderungen waren bei der Höchstdosis von 50 mg E171/kg/ Tag am deutlichsten zu sehen, waren jedoch bei geringeren Dosen von 2 und 10 mg/kg/Tag immer noch nachweislich.

Frankreich will Farbstoff E171 verbieten

Demenz, Autoimmunerkrankungen, die Bildung von Krebsmetastasen, Ekzeme, Asthma und Autismus gehören zu einer wachsenden Liste von Krankheiten, die mit einer starken Exposition gegenüber Nanopartikeln in Verbindung gebracht werden, betonen die Forscher.

Der Titandioxidverbrauch habe in den letzten zehn Jahren erheblich zugenommen. Obwohl er in Lebensmitteln zugelassen ist, gibt es keine ausreichenden Beweise für seine Sicherheit. Die Experten fordern daher eine bessere Regulierung dieses Zusatzstoffes. Frankreich will den Farbstoff E171 verbieten.

Foto: tverdohlib/fotolia.com

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