Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Künstliche Intelligenz erkennt Brustkrebs sicherer als Ärzte

Montag, 13. Januar 2020 – Autor:
Künstliche Intelligenz erkennt Brustkrebs sicherer als Ärzte. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Es gab weniger falsch-positive und falsch-negative Diagnosen.
mammographie, brustkrebs-screening, brustkrebs-früherkennung

Künstliche Intelligenz wurde darauf trainiert, Brustkrebs anhand von Mammographien zu erkennen – Foto: 2015 Parpoulas Thomas Andreas

Künstliche Intelligenz erkennt Brustkrebs sicherer als Ärzte. Das ist das Ergebnis einer Studie, an der britische und US-amerikanische Forscher und Wissenschaftler von Google Health beteiligt waren. Es gab weniger falsch-positive und falsch-negative Diagnosen.

Ein Algorithmus wurde zunächst darauf trainiert, anhand von Mammographien Anzeichen von Brustkrebs beziehungsweise Tumorgewebe in der Brust zu erkennen. Die künstliche Intelligenz wurde dann an zwei Datensätzen erprobt. Einer enthielt 26 000 anonymisierte Brustkrebs-Scans, die von Brustuntersuchungen an National Health Service-Zentren in Großbritannien stammten. Ein zweiter, kleinerer Datensatz enthielt 3 000 anonymisierte Patientendaten aus den USA.

Künstliche Intelligenz erkennt Brustkrebs sicherer als Ärzte

Ergebnis: Die KI-Software konnte Krebserkrankungen beim Screening der Aufnahmen mit einer größeren Genauigkeit als die sechs beteiligten Radiologen identifizieren. Künstliche Intelligenz erkennt Brustkrebs also sicherer als die Ärzte.

Das Computerprogramm reduzierte die Anzahl der Fehler, einschließlich der Fälle, in denen fälschlich Krebs diagnostiziert wurde und derjenigen, in denen Krebs übersehen wurde. Bei US-Patienten verringerte sich die Anzahl der falsch-negativen und falsch-positiven Ergebnisse um 9,4 Prozent und 5,7 Prozent, bei britische Patienten wurden sie um 2,7 Prozent und 1,2 Prozent reduziert.

 

Weniger falsch-negative und falsch-positive Ergebnisse

In einem separaten Experiment testeten die Forscher die Verallgemeinerungsfähigkeit des Systems: Sie trainierten das Modell nur mit Mammographien von britischen Patienten und bewerteten dann seine Leistung bei US-amerikanischen Patienten. Das System übertraf menschliche Radiologen immer noch und reduzierte falsch-negative und falsch-positive Ergebnisse um 8,1 Prozent und 3,5 Prozent.

Die Studie wurde im Fachmagazin Nature veröffentlicht. Die Ergebnisse sind von Bedeutung, da Brustkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache bei Frauen ist. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung kann die Ergebnisse erheblich verbessern. Wie genau Künstliche Intelligenz künftig beim Brustkrebs-Screening eingesetzt werden könnte, muss nun noch ermittelt werden.

Foto: PhotoPlus+/adobe.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Brustkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Bevor eine Multiple Sklerose diagnostiziert wird, haben Betroffene oft schon unerkannte Krankheitsschübe. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler aus München in einer neuen Studie gekommen. Damit stellt das Team die Theorie der sogenannte Prodromalphase in Frage.

 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin