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Krebsmittel gegen aggressive B-Zell ALL erhält europäische Zulassung

Das Medikament Blincyto mit dem Wirkstoff Blinatumomab ist seit Anfang Dezember auch in Europa zugelassen. Es richtet sich gegen eine besonders schnell voranschreitende und aggressive Form der Leukämie, die akute lymphoblastische B- Vorläuferzellen Leukämie.
Blinatumomab: Hoffnung für Patienten mit einer aggressiven B-Vorläuferzellen Leukämie

Blinatumomab: Hoffnung für Patienten mit einer aggressiven B-Vorläuferzellen Leukämie

Ein Jahr ist es her, dass Blinatumomab in den USA die Zulassung erhielt. Jetzt hat auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) das Mittel mit dem Wirkstoff Blinatumomab in Europa zugelassen. Der Wirkstoff gilt als Hoffnungsträger für Menschen mit einer akuten lymphoblastischen B-Vorläuferzellen-Leukämie (B-Zell ALL exakt: Philadelphia chromosome-negative precursor B-cell acute lymphoblastic leukemia). Diese Unterform der Leukämie schreitet meist sehr schnell voran und gilt als besonders aggressiv. Die Betroffenen haben meist eine sehr schlechte Prognose von nur wenigen Monaten Überlebenszeit. Blincyto ist für Patienten bestimmt, deren Krebs nach der Behandlung wiederkehrte oder die auf eine konventionelle Behandlung nicht angesprochen haben.

Anderen Therapien bei B-Zell ALL überlegen

In der zulassungsrelevanten Studie wurden 185 Patienten mit rezidivierender oder refraktärer B-Zell-Vorläufer-ALL mindestens vier Wochen mit einer Blinatumomab Infusion behandelt. 32 Prozent der Studienteilnehmer hatten für mehr als sechs Monate einen kompletten Krankheitsstillstand (Remission), was für diese spezielle Form der Leukämie als Durchbruch gilt.

Bei der B-Vorläuferzellen-ALL produziert das Knochenmark zu viele B-Zellen-Lymphoblasten. Diese unreifen weißen Blutkörperchen vermehren sich rasch und verdrängen die normale Blutbildung. Der Wirkstoff Blinatumomab spannt gewissermaßen die körpereigenen T-Zellen ein, um die Leukämiezellen zu vernichten. Das Arzneimittel wirkt als Verbindung zwischen einem CD19 genannten Protein, das auf der Oberfläche der meisten B-Zell-Lymphoblasten zu finden ist, und dem CD3-Protein auf T-Zell-Lymphozyten. Der Eingriff ins Immunsystem erzeugt jedoch auch Nebenwirkungen, am häufigsten Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit. Neurologische Störungen waren in der Studie die häufigsten Gründe für einen Therapieabbruch.

 

Blinatumomab basiert auf Berliner Vorarbeiten

Entscheidende Grundlagen für den Wirkstoff hatten Forscher vom Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) vor gut zehn Jahren gelegt. Aus Sicht des MDC-Vorstand Thomas Sommer ist Blinatumomab ein gutes Beispiel, dass die Grundlagenforschung des MDC Früchte trägt –„ auch wenn der Weg bis zur Arzneimittelzulassung oft eine lange und beschwerlich ist.“ Heute wird Blincyto von dem Biotechnologieunternehmen Amgen vermarktet.

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