. Multiple Sklerose

Krafttraining verlangsamt Fortschreiten der MS

Körperliche Aktivtät kann bei Multipler Sklerose (MS) Symptome wie übermäßige Müdigkeit und eingeschränkte Mobilität lindern. Eine Studie zeigt, dass Krafttraining sogar das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt.
Krafttraining

Krafttraining kann bei MS-Patienten Abbau des Gehirns verlangsamen

Eine gemeinsame Studie des Aarhus University Hospital und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigte, dass Krafttraining das Nervensystem schützt und so das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen kann. Es hat bei MS-Patienten positive Auswirkungen auf das Gehirn, die über das hinausgehen, was durch Medikamente erreicht werden kann. Die Arbeit wurde im Multiple Sclerosis Journal veröffentlicht.

In der Studie folgten die Forscher 35 MS-Patienten über sechs Monate. Sie waren leicht bis mittelschwer erkrankt. Eine Hälfte der Gruppe nahm zweimal pro Woche an einem Krafttraining teil, die andere Hälfte führte ihr Leben normal weiter. Vor und nach dem Sechs-Monate-Zeitraum wurde das Gehirn der Testpersonen mittels MRT gescannt. Ergebnis: Das Gehirn der Probanden in der Krafttraining-Gruppe schwand weniger als das der Patienten in der Kontrollgruppe.

Krafttraining verlangsamt Fortschreiten der MS

Bereits bekannt ist, dass Sport und Bewegung bei Menschen mit Multipler Sklerose einen positiven Einfluss auf verschiedenen Symptome hat, es fördert die Gangsicherheit sowie Muskelkraft und Ausdauer und wirkt der Fatigue entgegen. Dass das körperliche Training bei Menschen mit Multipler Sklerose eine schützende Wirkung auf das Gehirn hat, seit neu, so Studienautor Prof. Ulrik Dalgas.

Auch bei gesunden Menschen schrumpft die Gehirnmasse von Jahr zu Jahr , bei MS-Patienten ist dieser Prozess viel ausgeprägter und das Gehirn schwindet deutlich schneller als normal (Hirnatrophie). Medikamente können dieser Entwicklung entgegenwirken. Bei Patenten, die parallel zu der Medikamenten-Einnahme am Krafttraining teilnahmen, verlangsamten sich nicht nur die Abbauvorgänge. „Darüber hinaus haben wir gesehen, dass mehrere kleinere Gehirngebiete tatsächlich begonnen haben, zu wachsen ", so Dalgas.

 

Wichtige Ergänzung der Medikamenten-Therapie

Es ist noch nicht klar, ob alle MS-Patienten von diesem Training profitieren, da sie bei schwerer erkrankten  Patienten noch nicht ausreichend getestet wurde. Dalgas rät daher, ein intensive körperliches Training nur nach Absprache mit dem Arzt zu beginnen.

Die Forscher  sind noch nicht in der Lage zu erklären, warum das Training einen positiven Effekt auf das Gehirn bei Menschen mit Multipler Sklerose hat. Das müsste in einer größeren Studie weiter erforscht werden. Ihr Fazit: Bewegung und köperliche Aktivität sind eine weitaus wichtigere Ergänzung der Behandlung als angenommen. Medikamente könnten dadurch aber nicht ersetzt werden.

Foto: microgen/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Multiple Sklerose , Sport
 

Weitere Nachrichten zum Thema Multiple Sklerose

| Multiple Sklerose entsteht nach landläufiger Meinung durch körpereigene T-Zellen. Offenbar spielen aber auch andere Abwehrzellen eine Rolle. Forscher konnten erstmals nachweisen, dass B-Zellen die angriffslustigen T-Zellen im Blut aktivieren. Das könnte den Wirkmechanismus neuer MS-Medikamente erklären.
| Da die Nebenwirkungen des vom Markt genommenen MS-Medikaments Daclizumab noch lange Zeit nach der Behandlung anhalten können, sollten Neurologen ihre Patienten genau beobachten. Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) gibt nun Tipps, welche Symptome typisch sein können.
| Fatigue, eine erhöhte Grundmüdigkeit und schnelle Erschöpfbarkeit, ist eines der am häufigsten auftretenden Symptome bei Multipler Sklerose (MS). Über 80 Prozent der Patienten sollen daran leiden. Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt, doch Forscher konnten nun die betroffenen Hirnareale im MRT sichtbar machen.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Für Betroffene ist das Restless Legs Syndrom häufig eine Qual. Sie leiden nicht nur unter den unruhigen, kribbelnden und zuckenden Beinen, sondern auch unter der daraus folgenden Schlaflosigkeit. Die Deutsche Restless Legs Vereinigung gibt Tipps, wie den Beschwerden entgegengewirkt werden kann.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.