. Reform der Krankenhausfinanzierung

Kostendruck in Kliniken nimmt 2013 massiv zu

Keine gute Aussichten: Während die Krankenkassen Milliardenüberschüsse verbuchen, stehen deutschen Kliniken weitere Kürzungen in Höhe von 750 Millionen Euro bevor. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft bezeichnet die Situation als grotesk.
Kostendruck in Kliniken nimmt in 2013 massiv zu

Kürzungen gehen zu Lasten der stationären Patientenversorgung

2013 wird für deutsche Kliniken wohl das schwerste Jahr seit einem Jahrzehnt. Es wird weniger Geld für die stationäre Patientenversorgung geben, hinzukommen Ausgabensteigerungen etwa durch gestiegene Personalkosten und Sachkosten. So klafft die Kosten-Erlös-Schere im stationären Sektor immer weiter auseinander.

Das Hauptproblem für die Kliniken sei die Refinanzierung der Kosten bei gleichzeitig weiter stattfindenden Kürzungen, sagt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Alfred Dänzer. Auch für das laufende Jahr drohe vielen Kliniken trotz der 0,5 prozentigen Tarifausgleichsrate eine deutliche Finanzierungslücke.

In vier Jahren zwei Milliarden weniger für den stationären Sektor

Insgesamt rund zwei Milliarden Euro stehen den Krankenhäusern am Ende der laufenden Legislaturperiode weniger zur Verfügung. Mittel, die die Kliniken dringend für Personal, Qualitätsverbesserungen und Infektionsprävention gebraucht hätten. „Wir kommen aus 2012 mit einer Personalkostenunterdeckung von über 700 Millionen Euro und gehen in 2013 mit einem Preiszuwachsdeckel von unter zwei Prozent. Das ist weniger als die Inflationsrate. Erneut kommen Gesamtkostensteigerungen von ca. 3,5 bis 4 Prozent auf die Häuser zu“, so Dänzer weiter. Der DKG-Präsident appellierte eindringlich an die Bundesregierung, die Milliardenüberschüsse in der Gesetzlichen Krankenversicherung für eine verbesserte Versorgung der Patienten einzusetzen und die Kürzungen für die Krankenhäuser zurückzunehmen.

Aufgrund gesetzlicher Einschränkungen können die meisten Krankenhäuser derzeit in keinem Bereich eine Refinanzierung ihrer Kosten über die Preise und ebenso wenig über die Mengen erreichen. Dies gilt für Tarifsteigerungen, Personalkostensteigerungen zur Versorgung zusätzlicher Patienten, Sachkostensteigerungen sowie für Investitionskosten.

Fast die Hälfte aller Krankenhäuser erwartet bis Ende 2012 ein Defizit

„Angesichts der Rekord-Überschüsse der Krankenkassen nehmen die Kürzungen zu Lasten der stationären Patientenversorgung in Höhe von 1 Milliarde Euro geradezu groteske Formen an“, kritisiert DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Die den Kliniken weiterhin bevorstehenden Kürzungen in Höhe von 750 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren seien durch nichts mehr gerechtfertigt. Zudem widerlegten die erneut steigenden Rücklagen der Krankenkassen, dass deren seit Jahren behaupteten Ausgabensteigerungen für die Kliniken so nicht zutreffen.

Der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) Dr. Josef Düllings kündigte unterdessen an, weiter für eine Verbesserung der Investitionslage der Kliniken zu kämpfen. „Wir werden daran arbeiten, dass die Lage der Krankenhäuser auch im Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr Gehör findet“, bekräftigte Düllings. Nach einer VKD-Umfrage vom April 2012 erwarten 46 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser und über 54 Prozent dieser Häuser mit weniger als 250 Betten bis Ende 2012 ein Defizit.

Foto: AOK Mediendienst

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