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Kopfschmerzambulanz der Charité kooperiert mit AOK

Für AOK-Patienten gibt es an der Charité ein neues Angebot: Kopfschmerz- und Migränepatienten können sich in der Kopfschmerzambulanz von einem Fachärzteteam diagnostizieren und behandeln lassen.
AOK-Patienten bekommen an der Kopfschmerzambulanz der Charité eine verbesserte Versorgung

AOK-Patienten bekommen an der Kopfschmerzambulanz der Charité eine verbesserte Versorgung

Fast jeder hat hin und wieder mal Kopfschmerzen. Unter schweren chronischen Kopfschmerzen und Migräne leiden etwa 0,3 Prozent der deutschen Bevölkerung. Experten kritisieren aber immer wieder eine unzureichende Versorgung. Nach AOK-Zahlen bekommt nur jeder zweite Versicherte eine angemessene ambulante Facharztversorgung. Zudem dauert es im Schnitt mehr als zwei Jahre, bis die Patienten eine ausreichend wirksame Schmerzbehandlung erhalten.

KopfschmerzSPEZIAL für AOK-Patienten

Zumindest in Berlin soll sich das jetzt für AOK-Patienten ändern. Die Kasse hat mit der Charité soeben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Der Versorgungsvertrag KopfschmerzSPEZIAL sieht die strukturierte Diagnostik sowie Behandlung von chronischen Kopfschmerz- und Migränepatienten an der Kopfschmerzambulanz der Charité vor. Praktisch heißt das: Nach eingehender Diagnose erhalten die Patienten eine abgestimmte Medikamententherapie und eventuell begleitende Maßnahmen wie eine Verhaltens- oder Bewegungstherapie verordnet. Außerdem beraten die Schmerzexperten die Betroffenen beim täglichen Umgang mit ihrer Krankheit.

„Menschen, die an chronischen Kopfschmerzen und Migräne leiden, finden im ambulanten Sektor häufig nur punktuell Therapieangebote, die dem biopsychosozialen Charakter der Erkrankung Rechnung tragen“, sagt der Leiter der Kopfschmerzambulanz PD Dr. Uwe Reuter. „In der Kopfschmerzambulanz erhalten die Betroffenen die bestmögliche Diagnostik und eine individuell maßgeschneiderte Therapie aus einer Hand.“

Lotsenfunktion

Die Schmerzexperten der Kopfschmerzambulanz haben eine Art Lotsenfunktion. Sie kooperieren mit niedergelassenen Hausärzten, Neurologen und Schmerztherapeuten und vereinbaren Termine für die Patienten. Gleichzeitig führen sie Fallkonferenzen durch und wollen so für die leitliniengerechte Weiterbehandlung sorgen. Die Versicherten können sich in regelmäßigen Abständen erneut in der Kopfschmerzambulanz vorstellen.

„Mit dem Kooperationsvertrag ist es uns gelungen, die Versorgungssektoren ambulant und stationär zu verzahnen“ betont PD Dr. Joachim Seybold, Stellvertretender Ärztlicher Direktor der Charité. Das Angebot verspreche für die Menschen in der Region ein Mehr an Lebensqualität. Die AOK meint, die Kooperation könnte eine Blaupause für andere Kassen sein.

Foto: Benjamin Thorn/pixelio

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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