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Kontakt unerwünscht: Quallen, Zerkarien und Co

Badeurlaub rangiert bei den Deutschen in den Sommerferien ganz weit vorn in der Beliebtheitsskala. Doch selbst hierzulande lauern beim Baden auch Gefahren, wie etwa Feuerquallen in Nord- und Ostsee. Konnte eine Berührung nicht vermieden werden, dann wissen Experten Tipps zur Behandlung.
Giftige Quallen, wie die Feuerqualle, gibt es in Europa nur wenige

In Nord- und Ostsee ist nur die Feuerqualle gefährlich

Am Meer oder an einem der vielen Seen ins kühle Nass zu springen, verspricht im Sommerurlaub Erfrischung und Erholung zugleich. Doch auch wenn ein Badeurlaub sicher nicht in die Kategorie der Abenteuerreisen zählt, ist er mitunter nicht ganz ungefährlich. Im Lauf des Sommers treten in fast allen Meeren zunehmend Quallen auf. Die Glibbertiere mit ihren langen Tentakeln erfreuen sich äußerst geringer Beliebtheit. Jeder versucht den Kontakt mit den Medusen zu meiden. Eine Berührung kann bei manchen Arten zu Hautreizungen führen.

Quallen zählen zu den Nesseltieren. Auf einen Berührungsreiz hin schleudern sie einen langen Nesselfaden aus. Am Ende der Tentakeln sitzen Nesselzellen mit Gift. Kommt es zum Hautkontakt, dann können schmerzhafte Wunden oder Quaddeln entstehen. In den meisten Fällen heilen sie nach ein paar Tagen von selbst. Allerdings können im schlimmsten Fall auch Ödeme oder Nekrosen auftreten. Doch nur wenige Quallenarten sind wirklich gefährlich. Hochgradig giftige Quallen kommen normalerweise nur in den tropischen Meeren vor.

An den Stränden der Nord- und Ostsee sind Feuerquallen die gefährlichsten Medusen. Sie tauchen meist dann auf, wenn sich das Wasser sehr erwärmt. Auch nach Stürmen und bei unruhiger See häufen sich die Glibbertiere in Strandnähe. Im Mittelmeer können auch die kleineren Leuchtquallen gefährlich werden. Bei Kontakt tritt meist sofort ein stechender Schmerz auf. Eventuell bilden sich Quaddeln und Bläschen auf der Haut. Wenn größere Bereiche betroffen sind, kann es auch zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden kommen, warnt das Institut für Meereskunde (IfM) der Uni Hamburg. Als Erste-Hilfe-Maßnahme beim Kontakt mit Leuchtquallen empfiehlt das IfM Spülen mit Magnesiumsulfatlösung.

Hausmittel gegen „Quallenstiche“: Essig, Backpulver

Tropenmediziner raten als Erste-Hilfe-Maßnahme nach Quallenkontakten, möglichst schnell die Tentakel zu entfernen, die auf der Haut kleben, und zwar ohne die betroffenen Stellen zu reiben. Rasierschaum oder Essig können verhindern, dass die Kapseln aufplatzen. Nach dem Trocknen können sie dann entfernt werden. Das IfM der Uni Hamburg rät dazu, beim Kontakt mit Feuerquallen eine Paste aus Backpulver und Wasser vorsichtig auf die betroffenen Stellen zu streichen. Von Süßwasser oder Alkohol zum Entfernen der Tentakeln raten Experten aber übereinstimmend ab. Zur Nachbehandlung können kühlende antihistaminhaltige Gels aufgetragen werden.

 

Lästig aber harmlos: Badedermatitis

Auch das Baden im heimischen See ist im fortgeschrittenen Sommer mitunter nicht ganz frei von Gesundheitsgefahren. Allerdings geben die regionalen Gesundheits- oder Umweltämter Badewarnungen heraus, wenn die Wasserqualität zu wünschen übriglässt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann „seinen“ See mit dem Stichwort Wasserqualität im Internet suchen.

Gefahr in Seen geht vor allem von Zerkarien aus. Die Kleinstlebewesen werden von Wasservögeln mit dem Kot ausgeschieden und können eine sogenannte Badedermatitis hervorrufen. Das äußert sich in Juckreiz und einer lokalen Hautreaktion. Bestand bereits eine Zerkarien-Dermatitis kann der erneute Kontakt eine deutlich stärkere Hautreaktion mit Quaddelbildung bewirken. Die Beschwerden heilen - auch ohne Therapie - spätestens nach 20 Tagen ab. Erleichterung verschaffen wiederum antihistaminhaltige Gels.

Foto: Giggedy – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Prävention und Reha
 

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