, aktualisiert: 
. Arthrose

Kohlwickel helfen bei Knie-Arthrose

Kohlwickel sind ein bekanntes Hausmittel bei Gelenkschmerzen. Forscher der Universität Duisburg-Essen testeten ihre Wirksamkeit bei Knie-Arthrose. Die Kohlblätter beeinflussten Schmerz und Beweglichkeit.
Arthrose ist eine schmerzhafte Abnutzung der Gelenke

Knie-Arthrose ist mit Schmerzen verbunden

Die Knie-Arthrose ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei älteren Erwachsenen. Sie zeigt sich bei den meisten Betroffenen ab dem 50. Lebensjahr. Ursache ist der altersbedingte Schwund der Knorpelmasse, die als Gleitmittel im Gelenk fungiert. Die Folge sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Kohlwickel sind ein bekanntes Hausmittel und können auch bei anderen Beschwerden eingesetzt werden. Eine Kohlauflage kann beispielsweise stillenden Frauen bei Milchstau oder Brustentzündung helfen. Forscher der Universität Duisburg-Essen testeten die Wirksamkeit des Pflanzensaftes bei Knie-Arthrose.

Kohlwickel helfen bei Knie-Arthrose: Weniger Schmerzen

An der Untersuchung nahmen 81 Patienten teil, die an einer Knie-Arthrose in den Stadien II bis III (Kellgren-Lawrence-Score) litten. Ihr Durchschnittsalter lag bei 65,9 Jahren. Die erste Gruppe behandelte sich über 4 Wochen mit einer Auflage aus Kohlblättern, die jeweils zwei Stunden am Tag auf dem schmerzenden Gelenk auflag. Die zweite Gruppe rieb sich einmal täglich mit Schmerzgel ein (10 mg Diclofenac pro Gramm Gel). Die dritte Gruppe wurde so weiterbehandelt wie zuvor.

Nach vier Wochen wurde die Schmerzintensität gemessen. Die Kohlwickel hatten die Schmerzen im Vergleich zur üblichen Behandlung deutlich reduziert. Im Vergleich zum Schmerzgel schnitten die Kohlblätter nicht deutlich besser ab.

 

Kohlwickel sind eine Therapie-Option bei Arthrose

Dafür lagen die Kohlwickel in puncto funktionelle Einschränkung nach vier Wochen vor dem Gel, die Beweglichkeit des Knies wurde von den Patienten besser eingeschätzt. Nach zwölf Wochen lagen die Kohlblätter in puncto Lebensqualität sogar vor dem Schmerzgel. Es traten jeweils nur zwei unerwünschte Nebenwirkungen auf.

Fazit der Forscher um Romy Lauche von der Klinik für Naturheilkunde und integrative Medizin in Essen: Kohlwickel sind effektiver als eine übliche Behandlung und können zur Therapie der Knie-Arthrose empfohlen werden. Die Studie wurde im Clinical Journal of Pain veröffentlicht.

So werden Kohlwickel hergestellt

Für Kohlwickel werden die dicken Mittelrippen von Weißkohl- oder Wirsingkohl-Blättern entfernt und die Blätter in einem erwärmten Tuch geklopft oder gewalzt, bis der Pflanzensaft austritt. Das Tuch mit den Blättern wird auf die schmerzenden Partien gelegt und mit einer Mullbinde oder einem Verband befestigt. Sie sollten mindestens zwei Stunden aufliegen. Man kann sie aber auch die ganze Nacht einwirken lassen. Andere Rezepte empfehlen, die Kohlblätter in kochendem Wasser zu blanchieren, bis sie weich sind, und sie dann zu walzen.

Die Wirkung der Wickel führen Wissenschaftler auf die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe (Flavonoide und Glycosinolate) des Kohls zurück, heißt es bei der Carstens-Stiftung, die die Erforschung von Naturheilkunde und Komplementärmedizin fördert. Die gute Verträglichkeit und einfache Durchführung zeichne Kohlwickel als probate und kostengünstige Selbsthilfemaßnahme aus.

Foto: Underdogstudios/fotolia.com

 

Weitere Nachrichten zum Thema Knie-Arthrose

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
. Weitere Nachrichten
Kopflausbefall ist europaweit die häufigste Parasiten-Erkrankung im Kindesalter. Fälschlicherweise wird der Befall oft auf mangelnde Hygiene zurückgeführt. Betroffene schämen sich und schweigen. Dabei ist es wichtig, über das Tabuthema offen zu sprechen und die Parasiten so schnell es geht zu behandeln. Sonst können sie weitere Familienmitglieder, Mitschüler oder Freunde befallen.
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.