Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
11.08.2018

Körperliche Aktivität spielt in vielen Familien keine Rolle

In vielen deutschen Familien kommt Bewegung zu kurz. Das verdeutlicht eine Umfrage, die das IGES-Institut im Rahmen der AOK-Familienstudie 2018 unter rund 5.000 Eltern durchgeführt hat. Für jede dritte Familie spielt körperliche Aktivität in der Freizeit demnach überhaupt keine Rolle.
Bewegung in der Familie, AOK-Familienstudie

Bewegung macht mit Freunden und Familie besonders Spaß

Immerhin: Etwa 45 Prozent der Eltern scheinen sich täglich gemeinsam mit ihren Kindern zu bewegen. Doch in vielen Familien kommt die Bewegung zu kurz. So spielt für jede dritte deutsche Familie körperliche Aktivität in der Freizeit keine Rolle. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Rahmen der AOK-Familienstudie 2018, die das IGES-Institut unter rund 5.000 Müttern und Vätern im Auftrag des AOK-Bundesverbandes durchgeführt hat. Die Studie stellte auch die Frage, welche Gründe es für den Bewegungsmangel gibt, was zur Bewegungsförderung beitragen kann und welchen Einfluss die kommunale Infrastruktur auf die körperliche Aktivität von Familien hat.

Zeitmangel als Grund für fehlende Bewegung?

Ein Grund für die fehlende gemeinsame Bewegung in Familien könnte der zeitliche Stress von Eltern sein. 40 Prozent der Befragten gaben diesen als größten Belastungsfaktor an. Nicht verwunderlich ist daher auch, dass es nur 28 Prozent der Eltern gelingt, selbst Sport zu betreiben. Zwar ist die zeitliche Belastung im Vergleich zur letzten Studie vor vier Jahren leicht zurückgegangen, dafür sind aber die partnerschaftlichen Probleme im selben Maße angestiegen. Mittlerweile ist jeder Fünfte (20 Prozent) davon betroffen, 2014 waren es nur 14 Prozent.

Die Studienautoren untersuchten auch, welchen Einfluss die kommunale Infrastruktur auf die körperliche Aktivität von Familien hat. Das Ergebnis: Kinder, die laut Eltern in einem attraktiven Wohnumfeld leben, bewegen sich im Schnitt an 3,8 Tagen pro Woche und damit um 27 Prozent mehr als Kinder, die diese Bedingungen gar nicht vorfinden. Ähnlich sieht es beim gemeinsamen Radfahren aus. Je mehr sichere und nutzerfreundliche Radwege vorhanden sind, desto häufiger schwingen sich Familien gemeinsam auf den Sattel. Konkret in Zahlen: Sind gute Fahrradwege in hohem Maße vorhanden, treten Eltern und Kinder an durchschnittlich 1,6 Tagen pro Woche in die Pedale; existieren sie nicht, so sind es nur 0,9 Tage im Schnitt. Das entspricht einem Unterschied von 77 Prozent.

 

Auch das Umfeld ist wichtig für die Bewegungsförderung

Zwar finden die meisten Familien bereits bewegungsfreundliche Bedingungen in ihrem direkten Wohnumfeld vor, dennoch wünschen sich über 80 Prozent der Eltern bei Spielplätzen, Parks, Sportstätten und Radwegen weitere Verbesserungen. Jens Martin Hoyer, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, sieht deshalb bei der Bewegungsförderung einen wichtigen Verbündeten in den Städten und Gemeinden und ist sich darin mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund einig, der bereits im November letzten Jahres auf den Handlungsbedarf hinwies und ein entsprechendes Positionspapier veröffentlichte.

Auffällig wurde bei der aktuellen Umfrage auch ein anderes Problem: 36 Prozent der Eltern sind demnach übergewichtig, 22 Prozent adipös. Bei den Vätern gehören sogar 72 Prozent in eine der beiden Kategorien. Hoyer zeigt sich diesbezüglich besorgt: „Unsere Gesellschaft leidet immer mehr an Übergewicht und Bewegungsmangel. Auch wenn es erfreulich ist, dass die Belastungswerte der Eltern laut Studie weiter abgenommen haben, so sind diese Ergebnisse ein klares Alarmsignal.“

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kinder , Sport , Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bewegungsmangel

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin