. Studie aus Schweden

Körpergröße beeinflusst Thrombose Risiko

Kleine Menschen haben offenbar ein geringeres Risiko eine Thrombose zu erleiden als große - und umgekehrt. Das zeigt die Auswertung einer Studie aus Schweden mit 2,6 Millionen Teilnehmern.
Schwedische Studie zeigt: Je kleiner der Mensch, desto geringer das Risiko für eine Thrombose

Schwedische Studie zeigt: Je kleiner der Mensch, desto geringer das Risiko für eine Thrombose

Wissenschaftler finden oft Zusammenhänge, die Zufall sein können. Doch wenn 2,6 Millionen Menschen über einen Zeitraum von 50 Jahren beobachtet werden, könnte durchaus etwas dahinter sein. So geschehen in einer Studie aus Schweden, deren Ergebnisse jetzt im Fachmagazin „Circulation: Cardiovascular Genetics“ veröffentlicht wurden. Danach erleiden kleine Menschen seltener eine Thrombose als große - und umgekehrt.  In der Studie waren zwischen 1969 und 2010 insgesamt 2,6 Millionen Frauen und Männer eingeschlossen. Waren die Frauen kleiner als 1,55 Meter sank ihr Thromboserisiko um 69 Prozent verglichen mit Frauen, die größer als 1,88 Meter waren. Bei Männern, die kleiner als 1,60 Meter waren, sank das Risiko etwa um 65 Prozent im Vergleich zu Männern über 1,90 Meter.

Kleinsein hat Vorteile

Um erbliche Risikofaktoren auszuschließen, verglichen die Forscher auch Geschwisterpaare. Dabei bestätigte sich das Ergebnis: Kleinere Menschen hatten ein geringeres Thromboembolie-Risiko als ihre größeren Brüder oder Schwestern.

Die Ergebnisse werfen natürlich die Frage auf, warum das so ist. Studienleiter Dr. Bengt Zoller hat zwei Vermutungen: Einmal hätten größere Menschen schlicht längere Beinvenen und darum mehr Oberfläche, wo sich das Blut verklumpen kann. „Außerdem gibt es in den Beinvenen großer Menschen einen höheren Schweredruck, der den Blutfluss verlangsamen oder vorübergehend aussetzen kann“, so Zoller.

Obwohl die Ergebnisse so eindeutig scheinen: Ob es tatsächlich einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Körpergröße und Thrombosen gibt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Denn Lebensstilfaktoren wie etwa Rauchen oder Sport wurden in der Studie nicht berücksichtigt.

Thrombosen sind der Vorläufer einer Lungenembolie

Thrombosen entstehen üblicherweise in den Beinvenen. Hierbei verklumpt das Blut zu Blutgerinnseln. Lösen sich diese Pfropfen können sie über die Blutbahn in die Lungen gelangen und zu einer Lungenembolie führen. Die Lungenembolie ist eine gefährliche und oft tödliche Komplikation einer Thrombose.

Risikofaktoren für eine Thrombose sind Krampfadern und langes Liegen, etwa bei Krankheit und nach einer Operation. Aber auch das lange Sitzen im Flugzeug, eine erbliche Vorbelastung und Krebserkrankungen können Thrombosen begünstigen. Das Aktionsbündnis Thrombose rät zu einem gesunden Lebensstil mit viel Bewegung. Außerdem sollte viel getrunken werden, am besten Wasser oder Tees. Optimal sind zwei Liter natriumarmes Wasser am Tag. Auch auf das Rauchen sollte verzichtet werden, insbesondere wenn Frauen die Antibabypille nehmen.

© TwilightArtPictures - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Thrombose

Weitere Nachrichten zum Thema Thrombose

| Sport wirkt sich positiv auf die Thrombozyten-Aktivität aus und kann dadurch das Risiko für eine gefährliche Thrombose senken. Einer aktuellen Studie zufolge kann durch Sport bereits innerhalb von zwei Monaten eine Normalisierung des Thrombose-Risikos erreicht werden.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Die eine Krebsimpfung gibt es nicht. Mit der HPV-Impfung steht jedoch eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und andere HPV-bedingte Krebserkrankungen zur Verfügung. Was viele nicht wissen: Es gibt noch eine andere Impfung, die vor einer bestimmten Krebsart schützt.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Praxis Dr. Becker, Wittenbergplatz 2, 10789 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.