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Klimawandel: Sonnenschutz wird immer wichtiger

Mittwoch, 15. Juni 2022 – Autor:
Weniger Wolken – mehr Sonnenstunden: Der Klimawandel ändert das Wetter in Deutschland. Weil die Menschen damit mehr UV-Strahlung abbekommen, nehmen bestimmte Krankheiten zu. Hautkrebs ist nur eine davon. Sonnenschutz wird immer wichtiger.
Blaue Himmel, grelle Sonne, Schönwetterwolken.

Der Klimawandel führt in Deutschland zu mehr Sonnenstunden und damit zu einer stärkeren Belastung mit UV-Strahlung. – Foto: Deutsche Krebshilfe

Auf den ersten Blick hört sich das schön an: Der Klimawandel sorgt dafür, dass es in Deutschland weniger Wolken gibt – und die Anzahl an Sonnenscheinstunden pro Jahr im Mittel steigt. Aber je schöner und wärmer das Wetter ist, umso mehr halten sich Menschen im Freien auf – und umso länger ist der Körper der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt. Die Bevölkerung habe diesen Wandel noch nicht auf dem Schirm und müsse sich künftig viel bewusster als bisher mit dem Thema Sonnenschutz befassen, heißt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

UV-Strahlung verursacht Krankheiten: sofortige und längerfristige

„Die klimatischen Veränderungen führen dazu, dass vermehrt UV-Strahlung auf die Erdoberfläche und damit auch auf unsere Haut und Augen trifft“, heißt es in einer Mitteilung der Bundeszentrale. Ohne Schutz verursache UV-Strahlung jedoch zahlreiche sofortige und langfristige Erkrankungen an Haut und Augen wie Sonnenbrand, Binde- und Hornhautentzündungen oder „Grauen Star“ (Katarakt).

 

Seit 2000: 81 Prozent mehr Krankenhausfälle wegen Hautkrebs

Der kommissarische Direktor der BZgA, Martin Dietrich, sagt dazu: „Übermäßige UV-Strahlung begünstigt das Entstehen von Hautkrebs.“ Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts zeigten, dass diese Gefahr zunehme: 2020 gab es demnach rund 81 Prozent mehr Krankenhausbehandlungen aufgrund von Hautkrebs als noch im Jahr 2000. „Sonnenschutz wird also immer wichtiger“, sagt Dietrich.

UV-Schutz: Persönliche und gesellschaftliche Aufgabe

„Durch die Klimakrise nehmen Gesundheitsrisiken durch UV-Strahlung auch in Deutschland zu“, sagt Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), Inge Paulini. „Unsere Studien zeigen, dass Menschen die Risiken der UV-Strahlung kennen, aber nicht immer entsprechend handeln.“ UV-Schutz wird nach Einschätzung von Bundeszentrale und Bundesamt künftig beides sein: individuelle Verantwortung und gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Wie man die Haut vor Sonne schützt

  • Situationen mit hoher UV-Belastung meiden (pralle Mittagssonne)
  • passende Kleidung und Kopfbedeckung auswählen
  • für unbedeckte Hautstellen Sonnencreme benutzen
  • Haut langsam an die Sonne gewöhnen
  • Augen mit einer UV-sicheren Sonnenbrille schützen
  • Säuglinge und Kleinkinder niemals der prallen Sonne aussetzen

(Quelle: Deutsche Krebshilfe, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention)

Besonders wichtig: UV-Schutz in Kitas und Schulen

Sonnenschutz als gesellschaftliche Aufgabe muss laut BZgA vor allem Kinder im Auge haben sowie Menschen, die im Freien arbeiten oder sich dort häufig aufhalten. Das bedeute, dass Aufenthaltsorte im Freien sonnengerecht (um)gestaltet werden müssten, um vor UV-Strahlung zu schützen – beispielsweise durch Sonnensegel oder natürliche Schattenspender wie Bäume.

Viele Sonnenbrände als Kind – Hautkrebs als Erwachsener

„Dies ist besonders für Kitas und Schulen wichtig“, heißt es bei der BZgA. Der Grund: Kinderhaut ist anders aufgebaut als die Haut von Erwachsenen und reagiert besonders empfindlich. Und: Die Haut vergisst nicht. Menschen, die in der Kindheit häufig starke Sonnenbrände erlitten haben, besitzen im späteren Leben ein eindeutig erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. „Bereits in jungen Jahren müssen Schäden der Haut durch UV-Strahlung unbedingt vermieden werden“, heißt es bei der BZgA. „Jedes Kind benötigt daher maximalen Sonnenschutz – unabhängig vom Hauttyp.“

Zugleich stehen Kitas und Schulen vor der Aufgabe, über die Gefahren von UV-Strahlung aufzuklären und die Bedeutung des UV-Schutzes pädagogisch zu vermitteln. „Je eher Sie Kinder und Jugendliche über die Gefahren von Sonnenstrahlen und entsprechende Schutzmaßnahmen unterrichten, desto früher ist Sonnenschutz vollkommen normal – genauso wie das Angurten im Auto“, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Infoportal für besseren Sonnenschutz

Die Bundeszentrale hat in Kooperation mit dem Bundesamt für Strahlenschutz das Informationsportal „www.klima-mensch-gesundheit.de“ eingerichtet. Hier finden Bürger qualitätsgeprüfte und unabhängige Informationen über die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und UV-Strahlung und Handlungstipps für einen besseren UV-Schutz.

Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
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