Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.10.2013

Kinderlähmung in Syrien ausgebrochen

Im Nordosten Syriens ist Kinderlähmung (Polio) ausgebrochen. Bei zehn Kleinkindern wurde das Polio-Virus bereits bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer Bedrohung für die gesamte Nahost-Region.
Kinderlähmung in Syrien ausgebrochen

Jetzt auch noch Kinderlähmung: Syrien ist vom Bürgerkrieg schwer getroffen

In Syriens nordöstlicher Provinz Deir-al-Zor weisen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 22 Kinder akute Lähmungserscheinungen auf, die typischerweise bei Kinderlähmung (Poliomyelitis) auftreten. Bei zehn der Betroffenen sei das Polio-Virus bereits nachgewiesen worden. Die anderen Verdachtsfälle würden derzeit noch untersucht. Alle Verdachtspatienten sollen jünger als zwei Jahre alt sein.

Der Polio Ausbruch in Syrien sei eine Bedrohung für den gesamten Nahen Osten, erklärte Bruce Aylward von der WHO gegenüber der Nachrichten Agentur Reuters. Der WHO-Experte für Polio vermutet, das Virus sei aus Pakistan eingeschleppt worden.

Polio-Virus ist hoch ansteckend

In Syrien galt Kinderlähmung eigentlich seit 1999 als ausgerottet. Aufgrund des Bürgerkriegs in Syrien wurden jedoch viele syrische Kinder nicht gegen Polio geimpft. Die WHO schätzt, dass eine halbe Million syrischer Kinder nicht ausreichend immunisiert sind. Da viele Syrer auf der Flucht sind, könnte sich die Erkrankung auch rasch in den Nachbarregionen ausbreiten. Der Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin Prof. Reinhard Burger hält es sogar für möglich, dass das Virus auch nach Europa wieder eingeschleppt werden könnte.

Polio greift das Nervensystem an und kann innerhalb weniger Stunden zu irreversiblen Lähmungen oder zur Unterentwicklung von Gliedmaßen führen. Das Virus ist hoch ansteckend und verbreitet sich besonders unter Kleinkindern schnell, aber auch Erwachsene können sich anstecken.

Die WHO hat nach eigenen Angaben in der Region Deir al-Zor bereits mit Impfungen begonnen. Syriens Nachbarland Libanon hat angekündigt, eine Impfkampagne für 700.000 libanesische und ausländische Kinder zu starten. Im Libanon halten sich zurzeit etwa eine Million Syrer auf.

Foto: © olesiabilkei - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Kinder , Kinderlähmung , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheitskrise

28.10.2019

Eine Einschleppung von Polioviren nach Deutschland durch Reisen, Migration oder Flucht kann nicht ausgeschlossen werden. Daher ist die Impfung nach wie vor wichtig. Doch es sind zu wenig Kinder gegen Polio geimpft, meldet das Robert Koch-Institut zum Welt-Polio-Tag.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Manche Experten erwarten, dass vom Klimawandel eine noch größere Gefahr für die Gesundheit der Weltbevölkerung ausgehen könnte als von der Corona-Pandemie. Obwohl der Klimawandel seine Dramatik noch längst nicht voll entfaltet hat, sind seine Auswirkungen bereits messbar. Eine aktuelle Studie zeigt: Schon jetzt ist jeder Vierte über 65 bei Sommerhitze krankenhausreif – Tendenz steigend.


Ältere Menschen scheint die Covid-Impfung nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das zeigen wiederholte Ausbrüche in Pflegeheimen. Wissenschaftler der Charité haben nun einen Ausbruch näher untersucht – und kommen zu interessanten Ergebnissen.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin