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26.11.2020

Kinder, die vegetarisch oder vegan essen, leiden nicht an Nährstoffmangel

Die VeChi-Youth-Studie untersuchte den Einfluss verschiedener Ernährungsformen auf die Nährstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen. Es zeigten sich keine Versorgungsmängel bei veganer oder vegetarischer Kost.
Vegan, Vegetarisch, Pflanzenkost

Kinder und Jugendliche, sich sich rein pflanzlich ernähren, sind ausreichend mit Nährstoffen versorgt

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) initiierte Studie „Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen“ (VeChi-Youth-Studie) untersuchte den Einfluss verschiedener Ernährungsformen auf die Nährstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen.

"Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl bei veganer und vegetarischer Ernährung als auch bei einer Mischkost mit Fleisch die Versorgung mit den Hauptnährstoffen sowie den meisten Vitaminen und Mineralstoffen bei der überwiegenden Anzahl der Studienteilnehmer ausreichend ist", sagen die Studienleiter Dr. Ute Alexy von der Universität Bonn und Dr. Markus Keller vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (Ifane).

Vegetarier punkten mit gesundheitsfördernder Lebensmittelauswahl

Die Studie verglich anthropometrische Daten, das Ernährungsverhalten sowie die Nährstoffzufuhr und -versorgung bei veganer, vegetarischer und omnivorer Ernährungsweise bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Von den 401 Probanden ernährten sich 150 vegetarisch, 114 vegan und 137 omnivor. Die Daten wurden von Oktober 2017 bis Januar 2019 erhoben.

Die sich vegetarisch und vegan ernährenden Kinder und Jugendlichen zeigten ein insgesamt gesundheitsförderndes Lebensmittelmuster. Sie verzehrten mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Insbesondere Veganer hatten den geringsten Verzehr an Süßwaren, Knabberartikeln und Fertiggerichten.

 

Weniger Zucker, mehr Ballaststoffe

Zwischen den drei Ernährungsformen gab es weder bei der Energiezufuhr noch bei der Energiedichte signifikante Unterschiede. Insgesamt gab es wenig übergewichtige (4 Prozent) und adipöse (0,5 Prozent) Kinder im Gesamtkollektiv, was sich wahrscheinlich auf den hohen Sozialstatus der Teilnehmer zurückführen lässt.

Der hohe Kohlenhydrat- und moderate Fettanteil der Energiezufuhr war in allen Gruppen vergleichbar. Die Kohlenhydrat- und Fettqualität unterschied sich allerdings zwischen den Untersuchungsgruppen. Kinder und Jugendliche, die sich vegan ernährten, hatten eine besonders hohe Ballaststoffzufuhr und aßen weniger zugesetzten Zucker sowie gesättigte Fettsäuren. Ihre Proteinzufuhr war niedriger als bei vegetarischer oder omnivorer Ernährung, lag im Mittel aber noch im Bereich der D-A-CH-Referenzwerte.

Kein Nährstoffmangel bei Kindern, die vegetarisch oder vegan essen

Die Blutuntersuchungen zeigten bei Veganern und Vegetariern eine signifikant niedrigere Eisenversorgung als bei sich mit Mischkost ernährenden Kindern. Dagegen lagen die Zufuhr und die Blutkonzentrationen von Folat bei den Veganern signifikant über den Werten der beiden anderen Gruppen.

Insgesamt litten Kinder, die vegetarisch oder vegan essen, nicht an Nährstoffmangel. Die Parameter der Vitamin-B12-Versorgung waren bei allen Ernährungsformen überwiegend im Normbereich. Die ausreichende Vitamin-B12-Versorgung ist bei Veganern darauf zurückzuführen, dass 88 Prozent - wie empfohlen - das Vitamin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen.

Da sich vegetarisch ernährende Probanden tendenziell schlechter mit Vitamin B12 versorgt waren, empfehlen die Autoren auch für diese Ernährungsform eine gelegentliche Supplementation. Unabhängig von der Ernährungsform sollte bei allen Kindern und Jugendlichen die Versorgung mit Jod und Calcium verbessert werden.

Foto: Adobe Stock/SonyaKamoz

Autor: bab
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