. Berufskrankheiten

Kehlkopfkrebs durch PAK-Kontakt

Personen, die beruflich mit PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen) in Berührung kommen, haben ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Dies wurde schon lange vermutet und konnte jetzt wissenschaftlich belegt werden.
Kehlkopfkrebs durch PAK

Kokerei-Arbeiter kommen oft mit PAK in Kontakt.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 4.500 Menschen an Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom). Männer sind dabei sehr viel häufiger betroffen als Frauen. Die größten Risikofaktoren für Kehlkopfkrebs sind Tabak- und Alkoholkonsum. Aber auch andere Stoffe werden als mögliche Ursachen diskutiert, darunter auch PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

PAK entstehen in erster Linie bei der unvollständigen Verbrennung oder bei Schwelungsprozessen. Besonders gefährdet sind daher Beschäftigte in der Kokerei-Industrie und in der Herstellung von Generatorgas oder Aluminium sowie Straßenbauer, Dachdecker und Schornsteinfeger. Verschiedene Studien hatten bereits darauf hingewiesen, dass diese Personengruppen ein erhöhtes Risiko für Kehlkopfkrebs haben.

Risiko für Kehlkopfkrebs bei bestimmten Berufsgruppen höher

Ein eindeutiger Zusammenhang wurde bisher jedoch nicht erwiesen. Während der durch PAK verursachte Lungenkrebs bereits in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen wurde, fehlte für Kehlkopfkrebs daher bislang die wissenschaftliche Evidenz. Nun wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine Metaanalyse in Auftrag gegeben, welche die Ergebnisse zahlreicher epidemiologischer Studien zum Thema auswertete.

62 Studien wurden in die Analyse einbezogen. Sie zeigten, dass tatsächlich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der beruflichen PAK-Exposition und der Entstehung von Kehlkopfkrebs besteht. Die Wahrscheinlichkeit für diese Erkrankung steigt bei beruflich Exponierten demnach sogar um rund 40 Prozent an. Die Ergebnisse des Gutachtens können nach Auffassung der BAuA als Basis für die Entscheidung dienen, ob Kehlkopfkrebs in der Liste der Berufskrankheiten aufgenommen werden soll.

PAK entstehen auch beim Grillen

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe entstehen nicht nur im industriellen Bereich, sondern bei fast allen Verbrennungsprozessen. Da sie vor allem beim Heizen und beim Betrieb aller Verbrennungsmotoren entstehen und dadurch in die Luft gelangen, kann prinzipiell jeder mit ihnen in Berührung kommen. Aber auch beim Backen, Braten oder Grillen können PAK entstehen, zum Beispiel, wenn beim Grillen das Fleisch direkt über der Glut liegt und damit dem belasteten Kohlenrauch ausgesetzt ist. Die Entstehung von PAK ist einer der Gründe, warum Grillen zumindest als gesundheitlich bedenklich gilt.

Foto: © Stefan Richter - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

| Patienten mit Kehlkopfkrebs und anderen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich haben neuerdings Anspruch auf eine PET/CT. Durch die Bildgebung sollen invasive Eingriffe und Biopsien vermieden werden. Nun müssen die gesetzlichen Krankenkassen das schonendere Verfahren bezahlen.
| US-Wissenschaftler veröffentlichten Teil-Ergebnisse einer 25-Millionen-Dollar teuren Studie, die den Zusammenhang von Handy-Strahlung und Krebs untersuchte. Ratten, die elektromagnetischen Feldern ausgesetzt waren, entwickelten eher seltene Tumoren.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.