Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Kassen zahlen ab sofort Knochendichtemessung unter Antihormontherapie

Mittwoch, 19. Februar 2014 – Autor:
Seit Jahresbeginn müssen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für eine Knochendichtemessung übernehmen, wenn Brustkrebspatientinnen eine Antihormontherapie erhalten. Die erfreuliche Neuerung geht auf einen G-BA Beschluss zurück.
Kassen zahlen ab sofort Knochendichtemessung unter Antihormontherapie

Eine Antihormontherapie macht Frauen anfälliger für Osteoporose. Eine Knochendichtemessung klärt das Risiko ab

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 70.000 Frauen an Brustkrebs. Rund zwei Drittel der Frauen haben einen hormonabhängigen Tumor und die meisten von ihnen müssen sich einer Antihormontherapie unterziehen. Durch den Hormonentzug steigt jedoch das Osteoporoserisiko drastisch an. Eine Knochendichtemessung, die so genannte Osteodensitometrie – kann das individuelle Osteoporoserisiko abklären. Damit können Ärzte Nutzen und Risiken einer Arzneimitteltherapie besser abschätzen.

Bislang wurde die Untersuchung jedoch nur dann von den gesetzlichen Kassen bezahlt, wenn Frauen bereits eine Fraktur ohne adäquates Trauma erlitten haben und gleichzeitig aufgrund anderer anamnestischer und klinischer Befunde ein begründeter Verdacht auf Osteoporose bestand.

Geänderte G-BA Richtlinie seit 1. Januar in Kraft

Auf Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) wurde dies nun ab 1. Januar geändert. Seither haben alle Frauen mit Brustkrebs unter einer antihormonellen Behandlung einen Anspruch auf eine Untersuchung der Knochendichte. „Durch den Beschluss des G-BA kann eine Osteodensitometrie fortab auch bei Versicherten durchgeführt werden, die noch keine Fraktur erlitten haben. Voraussetzung ist, dass aufgrund konkreter anamnestischer und klinischer Befunde bereits die Absicht besteht, eine spezifische medikamentöse Therapie durchzuführen“, erklärte eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands. Der Bewertungsausschuss des G-BA habe die entsprechenden Abrechnungsmöglichkeiten für die Vertragsärzte im EBM hierzu mit Wirkung zum 1. Januar 2014 geschaffen, so die Sprecherin weiter.

 

Kassen müssen jetzt zahlen, bevor die Knochen brechen

Eva Schumacher-Wulf, Chefredakteurin des Brustkrebsmagazins Mamma Mia!, begrüßte die geänderte Richtlinie: „Es ist lange überfällig, dass die Kosten für eine Knochendichtemessung bei diesen Frauen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden - und zwar bevor die Knochen brechen!"

Foto: © Tyler Olson - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Brustkrebs , Osteoporose , Knochen , Knochenbrüche
 

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Wie kann man die Überlebenschancen bei Bauchfellkrebs verbessern? Die Expertin Professor Beate Rau, Leiterin des Peritonealkarzinosezentrums der Charité, berichtet über eine neue Kombinationstherapie gegen Bauchfellkrebs und wie Patienten davon profitieren können.
 
Weitere Nachrichten


Auf den ersten Blick bewegt sich die Belastung von Obst und Gemüse mit Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Deutschland weiter auf niedrigem Niveau. Das zeigt eine Auswertung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Schaut man jedoch genauer hin, zeigen sich deutliche Unterschiede – vor allem zwischen einheimischer und Importware.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin