. Brustkrebs

Kassen zahlen ab sofort Knochendichtemessung unter Antihormontherapie

Seit Jahresbeginn müssen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für eine Knochendichtemessung übernehmen, wenn Brustkrebspatientinnen eine Antihormontherapie erhalten. Die erfreuliche Neuerung geht auf einen G-BA Beschluss zurück.
Kassen zahlen ab sofort Knochendichtemessung unter Antihormontherapie

Eine Antihormontherapie macht Frauen anfälliger für Osteoporose. Eine Knochendichtemessung klärt das Risiko ab

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 70.000 Frauen an Brustkrebs. Rund zwei Drittel der Frauen haben einen hormonabhängigen Tumor und die meisten von ihnen müssen sich einer Antihormontherapie unterziehen. Durch den Hormonentzug steigt jedoch das Osteoporoserisiko drastisch an. Eine Knochendichtemessung, die so genannte Osteodensitometrie – kann das individuelle Osteoporoserisiko abklären. Damit können Ärzte Nutzen und Risiken einer Arzneimitteltherapie besser abschätzen.

Bislang wurde die Untersuchung jedoch nur dann von den gesetzlichen Kassen bezahlt, wenn Frauen bereits eine Fraktur ohne adäquates Trauma erlitten haben und gleichzeitig aufgrund anderer anamnestischer und klinischer Befunde ein begründeter Verdacht auf Osteoporose bestand.

Geänderte G-BA Richtlinie seit 1. Januar in Kraft

Auf Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) wurde dies nun ab 1. Januar geändert. Seither haben alle Frauen mit Brustkrebs unter einer antihormonellen Behandlung einen Anspruch auf eine Untersuchung der Knochendichte. „Durch den Beschluss des G-BA kann eine Osteodensitometrie fortab auch bei Versicherten durchgeführt werden, die noch keine Fraktur erlitten haben. Voraussetzung ist, dass aufgrund konkreter anamnestischer und klinischer Befunde bereits die Absicht besteht, eine spezifische medikamentöse Therapie durchzuführen“, erklärte eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands. Der Bewertungsausschuss des G-BA habe die entsprechenden Abrechnungsmöglichkeiten für die Vertragsärzte im EBM hierzu mit Wirkung zum 1. Januar 2014 geschaffen, so die Sprecherin weiter.

 

Kassen müssen jetzt zahlen, bevor die Knochen brechen

Eva Schumacher-Wulf, Chefredakteurin des Brustkrebsmagazins Mamma Mia!, begrüßte die geänderte Richtlinie: „Es ist lange überfällig, dass die Kosten für eine Knochendichtemessung bei diesen Frauen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden - und zwar bevor die Knochen brechen!"

Foto: © Tyler Olson - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Brustkrebs , Osteoporose , Knochen , Knochenbrüche
 

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Wie kann man die Überlebenschancen bei Bauchfellkrebs verbessern? Die Expertin Professor Beate Rau, Leiterin des Peritonealkarzinosezentrums der Charité, berichtet über eine neue Kombinationstherapie gegen Bauchfellkrebs und wie Patienten davon profitieren können.
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.