Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

In Apotheken wird noch selbst gemischt

Donnerstag, 16. März 2017 – Autor:
Apotheken gleichen oft einem Supermarkt. Dabei stellen deutsche Apotheker noch selbst Rezepturarzneimittel her. Im vergangenen Jahr gingen 7,2 Millionen Salben und Spezialmedikamente über den Ladentisch.
In Apotheken ist nicht alles von der Stange. 7,2 Millionen Rezepturarzneimittel wurden allein in 2016 hergestellt

In Apotheken ist nicht alles von der Stange. 7,2 Millionen Rezepturarzneimittel wurden allein in 2016 hergestellt

Regale mit Gummidrops, Zahnbürsten und teuren Kosmetika – die Apotheken leben gut von den Nebenverdiensten. Und auch in den Apothekerschränken befinden sich tausende Präparate von der Stange. Dass Apotheker studiert haben und ein richtiges Handwerk beherrschen, könnte man da glatt vergessen. Doch sie mixen noch selbst: Salben, Kapseln und bestimmte Spezialrezepturen, etwa für die Krebs- oder die Heroinersatztherapie sowie für die künstliche Ernährung. Experten sprechen von Rezepturarzneimitteln. Auch für Kinder sind diese Mischungen wichtig, denn oftmals gibt es die industriellen Arzneimittel nicht in der richtigen Dosierung.

7,2 Millionen Rezepturarzneimittel pro Jahr

Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA) wurden im vergangenen Jahr 7,2 Millionen selbst hergestellte Arzneimittel in deutschen Apotheken hergestellt. Im Vorjahr 2015 waren es ebenso viele. Allerdings wurden in der Erhebung des Deutsche Arzneiprüfungsinstituts (DAPI), auf die sich ABDA bezieht, nur die Kassenrezepte erfasst und nicht die Privatrezepte. In Wahrheit sind es darum noch deutlich mehr

„Unsere Zahlen zeigen: Rezepturarzneimittel sind und bleiben eine notwendige Ergänzung zu industriell hergestellten Arzneimitteln“, sagte Dr. Andreas Kiefer, Vorstandsvorsitzender des DAPI und Präsident der Bundesapothekerkammer. Darum sei es wichtig die Apotheken vor Ort zu erhalten. „Apotheker übernehmen die Verantwortung für die Herstellung."

 

Arzneimittel sind ein Milliardenmarkt

In Deutschland werden jedes Jahr Arzneimittel im Wert von rund 35 Milliarden Euro verkauft. Tendenz steigend. Insbesondere neue Krebsmedikamente und solche zur Hepatitis-Behandlung verteuern die Ausgaben. Hinzukommt, dass Deutschland wegen der hohen Zuwanderung wächst und dadurch mehr Arzneimittel verkauft werden. In 2016 betrug der Anstieg der Kassenrezepte ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht in etwa der gestiegenen Zahl der Versicherten von 1,2 Prozent. 

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel , Arzneimittelausgaben
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arzneimittel

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Für die empfindliche Gesichtshaut ist die kalte Jahreszeit eine Strapaze. Besonders gilt das für die Lippen. Sie können trocken und spröde werden, Risse bekommen – und sogar bluten. Was kann man tun, um das zu verhindern? Und wie lässt sich das behandeln?

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin