. Schwarzer Hautkrebs

Immuntherapie bei Melanom: Kombination wirkt besser

Immuntherapien haben die Behandlung von malignen Melanomen revolutioniert. Die Kombination zweier Krebsmittel bringt noch bessere Ergebnisse, wie Forscher in einer klinischen Studie herausfanden. Patienten erleiden aber auch stärkere Nebenwirkungen.
Kombinierte Immuntherapie bei Melanom: Bessere Ergebnisse, aber starke Nebenwirkungen

Kombinierte Immuntherapie bei Melanom: Bessere Ergebnisse, aber starke Nebenwirkungen

Immuntherapien greifen den Krebs nicht direkt an, sondern stimulieren das körpereigene Immunsystem. Beim Melanom – dem schwarzen Hautkrebs – funktioniert dieses Prinzip zur Krebsbekämpfung besonders gut. Mit so genannten Checkpoint-Inhibitoren ist es gelungen, gewisse Hindernisse auszuschalten, so dass das Immunsystem den Krebs effektiv angreifen kann. Mitunter wurden sogar schon metastasierte Melanome damit geheilt, bisher spricht jedoch nur ein Teil der Patienten auf die neuen Therapien an.  

Studienergebnisse auf dem ASCO 2015 vorgestellt

In einer klinischen Studie Phase III kamen nun die beiden Krebsmedikamente Nivolumab und Ipilimumab alleine oder in Kombination auf den Prüfstand. Dabei schnitt die Kombinationstherapie hinsichtlich progressionsfreier Zeit, Therapieansprechen und Reduzierung der Tumorlast am besten ab, wie Krebsforscher auf dem amerikanischen Krebskongress ASCO in Chicago berichteten.

„Die Ergebnisse der Studie sind ermutigend“ sagte Studienleiter Dr. Jedd Wolchok vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center New York“, auf dem ASCO,; zeigen sie doch, dass Patienten mit einem bestimmten Tumormarker besser von der Kombinationstherapie profitieren, während bei anderen ein Behandlung mit Nivolumab allein ausreichend ist.“ Diese Erkenntnisse könnten Ärzten behilflich sein, die richtigen Therapien für ihre Patienten auszuwählen, meinte der Melanom-Spezialist.

Nivolumab bei PD-L1-positiven Tumoren ausreichend

Die Ergebnisse zeigen, dass Nivolumab bei PD-L1-positiven Tumoren genauso wirksam ist, wie die Kombinationstherapie. Dagegen profitierten Patienten mit PD-L1-negativen Tumoren deutlich mehr von der Kombination beider Medikamente.

An der Studie nahmen insgesamt 945 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom teil, per Zufallsprinzip wurden sie einer der drei Gruppen zugeteilt. Bei Nivolumab alleine war die durchschnittliche Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit mit 6,9 Monaten mehr doppelt so lang wie bei Ipilimumab allein (2,9 Monate.) Aber die Kombination beider Medikamente brachte mit 11,5 Monaten das beste Ergebnis. In dieser Zeit schrumpften die Tumore bei jedem zweiten Patienten, während dies unter Nivolumab alleine nur bei jedem dritten der Fall war. Unter Ipilimumab alleine nahm die Tumorlast im Durchschnitt sogar um fünf Prozent zu.

Jeder Dritte musste Kombinationstherapie wegen Nebenwirkungen abbrechen

Das gute Abschneiden der Kombinationstherapie hat jedoch seinen Preis. Patienten, die beide Medikamente erhalten hatten, klagten auch am meisten über starke Nebenwirkungen. 36 Prozent mussten die Therapie deshalb sogar abbrechen. Krebsforscher Wolchok: „Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass es vielen Patienten auch nach Absetzen der Immuntherapie gut geht.“ Derzeit ist jedoch nicht bekannt, wie lange behandelte Patienten überleben können. Unklar ist auch, wie lange die Patienten behandelt werden müssen. Laut Wolchok hoffen die Wissenschaftler, dass die ersten Reaktionen des Körpers anhaltend sind.

Foto: ©fotoliaxrender – Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebsforschung , Hautkrebs , Immuntherapie

Weitere Nachrichten zum Thema Schwarzer Hautkrebs

| Die Überlebenschancen für Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs haben sich verbessert. In den letzten Jahren wurde neue Medikamente entwickelt, die direkt auf die Tumorzellen oder das menschliche Immunsystem wirken. Jetzt hat erneut ein Präparat zur Immuntherapie die europäische Zulassung erhalten: Nivolumab.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.